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Die Kinderkrankheiten sind geheilt

Heike Struthoff und Stefan Giebler begutachten die ersten Meter des neuen Bootsanlegers unterhalb des Leuchtturms. Bald soll die Anlage nutzbar sein.
Heike Struthoff und Stefan Giebler begutachten die ersten Meter des neuen Bootsanlegers unterhalb des Leuchtturms. Bald soll die Anlage nutzbar sein. FOTO: T. Richter-Zippack
Geierswalde. Vor einem Jahr hat am Geierswalder See der Leuchtturm eröffnet. Inzwischen hat sich das Team des Hotel- und Gastronomie-Ensembles eingespielt. Über vier Fünftel der Mitarbeiter sind ausgebildete Fachkräfte. Allein bis zum Jahreswechsel wurden bereits 150 000 Besucher gezählt. Torsten Richter-Zippack / .

"Sobald die Sonne scheint, kommen die Gäste in Größenordnungen", sagt Unternehmenschefin Heike Struthoff. Die bislang am weitesten gereisten Gäste kamen aus den USA. Niederländer, Belgier, Tschechen prägen die Internationaltät des Hotelkomplexes in der Regel. "Die Leute erfahren aus Fernsehen und Internet von unserer Einrichtung, aber auch immer mehr dank Mund-zu-Mund-Propaganda", erklärt Heike Struthoff.

Inzwischen seien die "Kinderkrankheiten" aus der Anfangsphase weitestgehend geheilt. Das Team habe sich im Großen und Ganzen gefunden, die Küche arbeite perfekt und die letzten Bauarbeiten seien abgeschlossen. "Eine Schonzeit war uns jedenfalls nicht vergönnt. Aber da wurde alles gleich unter Druck getestet."

Als größten "Schatz" bezeichnet die Unternehmerin ihr Personal, das aus etwa zwei Dutzend Mitarbeitern bestehe. "Zu über 80 Prozent ausgebildete Fachkräfte", sagt Heike Struthoff nicht ohne Stolz. Klar habe es eine ganze Weile gedauert, bis die richtige Mannschaft gefunden worden war. Das Personal sei in erster Linie über Internet-Netzwerke, Anzeigen, Eigenwerbung und über bereits im Objekt arbeitende Kräfte gewonnen worden. "Unser Anspruch ist es, jedem einen Ganzjahresarbeitsplatz zu bieten", gibt Struthoff die Marschroute vor. Das sei zumindest über den ersten Winter gelungen. Auch bei kalten Temperaturen verfügten Hotel, Gastronomie und nicht zuletzt die Panoramalage am Geierswalder See über ganz eigene Reize. Jeder Angestellte wisse, dass die Tätigkeit kein Zuckerschlecken sei. Arbeiten, wenn andere frei haben, sei eben nur etwas für Vollblutkräfte. Und schlecht bezahlt würden die Jobs keineswegs. Inzwischen bilde das Unternehmen seinen ersten eigenen Koch aus. Der junge Mann aus Hoyerswerda durchläuft seit einem halben Jahr eine entsprechende Umschulung.

Darüber hinaus setzt die Leuchtturm-Gastrom GmbH auf die Zusammenarbeit mit anderen Touristikern der Region. So liegen bereits die Fahrpläne der Senftenberger Reederei Löwa aus, deren neues Fahrgastschiff ab Juni in den Geierswalder See einfährt. Mit dem Unternehmer Eckhard Hoika gebe es eine Abmachung bezüglich seiner Seeschlange. Darüber hinaus sei über den Altdöberner ein Fahrradverleih am Leuchtturm möglich geworden. "Wir beflügeln uns untereinander", erklärt Heike Struthoff den Vorteil für alle Seiten. "Je mehr den Gästen geboten wird, desto interessanter wird das Seenland für sie."

Klar könne manches Problem nicht von heute auf morgen gelöst werden, etwa die Parkplatzfrage. Das Seenland sei Entwicklungsgebiet, da passe noch nicht alles zusammen. Aber das wüssten die allermeisten Gäste ohnehin. Die Leuchtturm-Mannschaft sei auf jeden Fall mit dem ersten Jahr mehr als zufrieden. Inzwischen wird bereits über eine Erweiterung des Komplexes nachgedacht. Erst kürzlich hatte der Elsterheider Gemeinderat dafür grünes Licht gegeben. Die aktuelle Bettenzahl von 56 solle erhöht werden. Wie, darüber schweigt Heike Struthoff aber noch

Zum Thema:
Unterhalb des Leuchtturms wird am hauseigenen Bootsanleger gearbeitet. 35 Meter soll er ins Wasser ragen. Dort dockt eine 40-Meter-Querverbindung an. Die Verbindung zum Land stellt eine sechs Meter lange Brücke her. Als Bauherr fungiert Stefan Giebler von der GS Baugesellschaft mbH aus Cottbus. Er hatte die Familie Struthoff während des Existenzgründerwettbewerbs 2012 kennengelernt. Damals holte sich der 37-Jährige mit seiner Idee den 1. Platz. Die Betonsegmente werden von Tauchern verankert. Wahrscheinlich Ende April gehe der Anleger in Betrieb. Er biete Platz für 14 Boote sowie für mehrere Gastfahrzeuge. Das neue Fahrgastschiff der Reederei Löwa könne die Anlage aus Platzgründen allerdings nicht anfahren. Der große Traum von "Leuchtturm-Mutter" Heike Struthoff ist es, dies mittelfristig zu ermöglichen. In diesem Sommer könne der Solarkatamaran nur am offiziellen Anleger am einen Kilometer entfernten Badestrand festmachen.