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Die Jakubzburg bekommt noch ein Mittelalter-Dorf

Auch das jüngste Herbst- und Weinfest an der Jakubzburg in Mortka zieht viele Besucher an.
Auch das jüngste Herbst- und Weinfest an der Jakubzburg in Mortka zieht viele Besucher an. FOTO: amz1
Mortka. Burgherr André Jakubetz muss noch moderne bürokratische Hürden nehmen. Neuer Parkplatz soll ungeordnetes Verkehrschaos beenden. amz1

Die Jabubzburg Mortka soll um ein Mittelalter-Dorf mit einer Kirche und elf Ferienhäuser erweitert werden. Gut zehn Jahre nach dem Baustart anno 2008 will Burgherr Dr. André Jakubetz das Vorhaben final zu Ende bringen. Das Ziel: Im Jahr 2019 soll das Ensemble vollständig sein. Dafür sind noch moderne bürokratische Hürden zu nehmen. Planungsrecht ist herzustellen. Auch für den Besucherparkplatz mit 60 bis 80 Stellflächen. Denn die Gäste kommen immer zahlreicher.

Schon im nächsten Jahr wird der neue Veranstaltungssaal eingeweiht, kündigt André Jakubetz an. Unter dem Dach mit Bühne und moderner Technik werden etwa 200 Besucher bequem Platz finden. Das äußere Erscheinungsbild wird natürlich der Burg angepasst.

Jakubetz sagt, dass es zum nächsten Saisonstart im April gleich zwei Premieren geben soll. Das Sorbische Nationalensemble Bautzen wird erwartet. Zudem ist auch ein Gastspiel der Dresdener Kabarettgruppe "Zwinger-Trio" vereinbart.

Mit der nun zu Ende gehenden Saison ist Jakubetz "durchweg zufrieden". Wesentlich mehr Besucher als im Jahr zuvor haben die Freizeitoase Mortka mit der Jakubzburg als Wahrzeichen besucht. Inzwischen ist der Ruf der mittelalterlich anmutenden Attraktion in der Region zwischen Spremberg, Dresden und Zittauer Gebirge bekannt. Kein Wunder: Dieser Sommer ist mit zahlreichen kulturellen Höhepunkten verbunden. Wie dem "Glöckner von Notre Dame" Ende August und dem "Märchenhaften Burgsommer" im Juli und August. Einen weiteren Höhepunkt gibt es in diesem Jahr noch. Denn am dritten Advent wird zur Weihnacht auf der Jakubzburg eingeladen. Die Burg ist auch bei Heiratswilligen beliebt. Pro Jahr werden hier in Mortka mehr als 20 Trauungen geschlossen und gefeiert. Seit nunmehr vier Jahren ist die Burg auch ein offizielles Außen-Standesamt der Gemeinde Lohsa. Darüber hinaus stehen vier Ferienzimmer zur Verfügung.

"Die meisten unserer Gäste denken, die Burg wäre uralt und schön restauriert", erzählt André Jakubetz. Dabei sei die 20-köpfige Burg-Mannschaft stolz darauf, dass das Ensemble nach wie vor so gut wie neu sei. "Mit Humor betrachtet, würde ich sagen, dass die Burg mit ihrem Burgherren altert", erklärt Jakubetz augenzwinkernd. Im November feiert er übrigens seinen 60. Geburtstag. Er bleibt rastlos. Die Burg wird gepflegt. "Wir können schließlich den Leuten nur etwas bieten, wenn alles funktioniert", begründet der aus Wittichenau stammende Zahnarzt. Das Innenleben werde auf dem aktuellen Stand gehalten. Die Burg ist Teil des Dorfes. Die Anwohner mussten den An- und Abreiseverkehr aushalten. "Mit dem neuen Parkplatz wird es kein zugeparktes Dorf mehr geben" sagt der Eigentümer. "Und ja, das enorme Verkehrsaufkommen hatten wir anfangs unterschätzt", räumt André Jakubetz selbstkritisch ein - und mit einem Vorurteil auf: "Ich habe die Burg nicht gebaut, weil ich hier leben will, sondern um Menschen, die sich bei uns entspannen wollen, etwas zu bieten." Das kommt letztendlich dem ganzen Dorf mit seinen knapp 200 Einwohnern und auch der neuen Reiseregion Lausitzer Seenland zugute.