Und so ist die Idee des Jugendamtes sicher nicht die schlechteste, dass Eltern, die zu Hause sind, einen Antrag stellen müssen, wenn sie ihr Kind länger als sechs Stunden betreuen lassen wollen. So wird verhindert, dass Mütter und Väter ihre Kinder einfach „abschieben“ können, wenn sie mit der Erziehung nicht zu Rande kommen. Die Erfahrungen der vergangenen Monate geben dem Amt recht in der Vermutung, dass das offenbar mehr als einmal der Fall ist. Der Blick in die Familien, der durch die Anträge möglich geworden ist, hat gezeigt, dass hinter manchen Türen einiges im Argen liegt, dass professionelle Hilfe nötig ist. Doch so gut das Prinzip der gläsernen Familie auch ist: Es fordert von Amt und Kitas auch höchste Kompetenz. Verwaltungsmitarbeiter und Erzieher müssen ständig beweisen, dass sie verantwortungsvoll und vertraulich mit den Informationen umgehen können. Denn durch die Anträge sind Familien gezwungen, sich zu offenbaren, können ihre Probleme und Sorgen nicht mehr unter den Teppich kehren. Das macht verletzbar. Genau das darf nicht passieren. Mit Sachverstand und Einfühlungsvermögen muss das Jugendamt deshalb beweisen, dass es das Gleiche m* amp*ouml;chte wie die Eltern: das Beste für jedes Kind.