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Die "Fantastischen Vier" aus Wittichenau

Französisches Fahrrad-Fieber: Die Dörfer und Städte schmücken sich raus für die Tour de France und bieten so auch den Lausitzer Hobbyradlern tolle Kulissen.
Französisches Fahrrad-Fieber: Die Dörfer und Städte schmücken sich raus für die Tour de France und bieten so auch den Lausitzer Hobbyradlern tolle Kulissen. FOTO: charitytourdefrance.wordpress.com
Eymet/Wittichenau. Wenn Sie diese Zeilen lesen, sitzen die Helden dieser Geschichte schon längst auf ihren Rädern und strampeln für einen guten Zweck dem Sonnenaufgang entgegen. Teilweise schon um halb Sechs begeben sich die Wittichenauer Roland Salowsky, Sebastian Schnabel, Konrad Krahl und Sebastian Domaschke dieser Tage auf den Asphalt und fahren alle 21 Originalstrecken der diesjährigen Tour de France ab. Steven Wiesner

Heute steht die 11. Etappe auf der Agenda, die von Eymet ins 200 Kilometer entfernte Pau durch Südfrankreich führt. 1774,5 Kilometer hat die Tour schon von ihren Fahrern gefordert - und auch die "Fantastischen Vier" aus der Lausitz haben jeden einzelnen Meter in den Knochen.

Die Hobbyradler wollen damit natürlich auch sich selbst etwas beweisen, in erster Linie aber Geld sammeln für die Wittichenauer Ärztin Jana Koplanski, die zurzeit in Kenia unterwegs ist und ein Hilfsprojekt für psychisch kranke Menschen realisieren will. Für diesen wohltätigen Gedanken haben die Kumpel aus Wittichenau die "Charity Tour de France 2017" ins Leben gerufen, die auch recht amüsant und liebevoll auf ihrem Internet-Blog charitytourdefrance.wordpress.com protokolliert wird. Das Tour-Tagebuch erzählt von platten Reifen, Verletzungspech, Sprachbarrieren und nächtlichen Weckkommandos der französischen Polizei. "Die Atmosphäre entschädigt aber für alle Mühen", schreibt das Quartett, das von Freunden und Bekannten mit dem Wohnwagen begleitet und nach den aufopferungsvollen Distanzen schon mit Abendbrot empfangen wird.

Denn Salowsky, Schnabel, Krahl und Domaschke schonen sich nicht und lassen auch keine Berge der höchsten Kategorie aus. Wo Froome, Contador und Kittel hoch müssen, quälen sich auch die Lausitzer hoch. Manche Anstiege zählen 1500 Höhenmeter, deren Bewältigung schon mal bis zu einer Stunde dauern kann. Ab morgen müssen die Pyrenäen erklommen werden. "Es ist schwer, eine solche Erfahrung in Worte zu fassen. Aber jeder ambitionierte Radfahrer sollte das mal probiert haben. Die Herausforderung, der Ausblick, das unglaublich leckere Bier am Gipfel und nicht zuletzt die lange Abfahrt sind unbezahlbar." Keineswegs unbezahlbar aber sind Hilfsprojekte in Afrika. Die Hälfte der Zielsumme haben die Wittichenauer schon beisammen. Bis zum 30. Juli kann noch gespendet werden.

Zum Thema:
Die "Charity Tour de France" der vier Wittichenauer will insgesamt 3500 Kilometer zurücklegen und für jeden absolvierten Kilometer zwei Euro für ein Hilfsprojekt in Kenia einsammeln. Das macht eine Gesamtsumme von 7000 Euro. Vor ein paar Tagen lag der Stand bei 3435 Euro. Das ist die Bankverbindung: Kontoinhaber: On The Move e.V. IBAN: DE12 8509 0000 2775 1510 08 BIC: GENODEF1DRS Institut: Dresdner Volksbank Raiffeisenbank eG Stichwort: Fahrradtour.