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Hoyerswerda
Die ersten Familien nach 61 Jahren

WH-Chef Steffen Markgraf (l.), Pressesprecherin Petra Scholz und Planer Bernd Nickler schauen sich eine neue Vier-Raum-Wohnung an.
WH-Chef Steffen Markgraf (l.), Pressesprecherin Petra Scholz und Planer Bernd Nickler schauen sich eine neue Vier-Raum-Wohnung an. FOTO: Sascha Klein / LR
Hoyerswerda. In eines der ersten Hoyerswerdaer Neustadt-Häuser ziehen erstmals private Mieter ein. Vorher war das Haus jahrzehntelang anderen vorbehalten. Von Sascha Klein

Der Wohnblock in der Otto-Damerau-Straße 20 ist ein Novum in Hoyerswerda. Nicht etwa, weil er in wenigen Wochen fertig saniert ist. Oder weil er mit Baujahr 1957 zu den ältesten Neubauten in der Neustadt gehört. Er ist besonders, weil im Januar zum ersten Mal nach dann 61 Jahren Familien in dieses Haus einziehen. Der Hintergrund: In den vergangenen Jahrzehnten sind die einst zwölf Wohnungen von der Kriminalpolizei genutzt worden. Was einst als Übergangslösung gedacht gewesen ist, ist zur Dauerlösung geworden. Inzwischen hat die Kripo in der Frentzel-Straße ihre neue Heimat - das Haus ist also wieder verfügbar.

Wohnungen sind dort allerdings nicht mehr zu bekommen, sagt Steffen Markgraf, der Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda (WH). Auch ohne Werbung hätten die Interessenten für die jetzt acht Wohnungen Schlange gestanden. Die ersten neuen Mieter werden Ende Januar einziehen können, Mietbeginn sei im Februar. Die WH hat bei den Wohnungen etliche Veränderungen vorgenommen. Geblieben sind eigentlich nur noch die alte Eingangstür und das Treppenhaus. Sonst ist alles neu. Die Zuschnitte sind geändert worden. Auf der linken Seite des Hauses sind künftig Drei-Raum-Wohnungen mit je 75 Quadratmetern Wohnfläche, auf der rechten Seite Vier-Raum-Wohnungen mit je 108 Quadratmetern Wohnfläche. Die Wohnungsgesellschaft hat laut Markgraf  650.000 Euro in das Objekt investiert.

Beim Bau hat der verantwortliche Planer die eine oder andere Schweißperle auf der Stirn gehabt. Wie Bernd Nickler erzählt, gab es pro Geschoss bis zu sieben Zentimeter Höhenunterschied. Ein kleines Rätsel gab es beim Bau im Erdgeschoss. Plötzlich tauchte eine verschlossene Stahltür auf, doch niemand hatte einen Schlüssel dafür. Da der Bau eh so geplant war, dass Zwischenwände fallen müssen, haben sich die Bauleute einen anderen Weg in diesen kleinen Raum hinter der Tür gebahnt. Was sie dort gefunden haben: nichts. Es handelte sich um ein ungenutztes Archiv.