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| 02:40 Uhr

Die Blunoer dürfen hoffen

Für die Anwohner ist die Verkehrsbelastung im schönen historischen Straßendorf Bluno teils unerträglich geworden.
Für die Anwohner ist die Verkehrsbelastung im schönen historischen Straßendorf Bluno teils unerträglich geworden. FOTO: Würz
Elsterheide/Bluno. Der Bau einer Ortsumgehung für das kleine Elsterheide-Dorf Bluno an der stark befahrenen B 156 ist ein Stück näher gerückt: Denn das seit einigen Jahren in der Region heftig angemahnte Straßenbauprojekt ist jetzt in den Bundesverkehrswegeplan für die Jahre bis 2030 aufgenommen worden. Catrin Würz

Dass die Aufnahme in solch einen Bundesplan nicht immer automatisch bedeutet, dass ab nächstem Jahr gebaut wird, weiß jeder in der Region rund um Hoyerswerda. Auch ein vor 20 Jahren mit Nachdruck geforderter schneller Autobahnzubringer von Hoyerswerda zur Autobahn A 13 war schließlich schon einmal im Bundesverkehrswegeplan aufgeschrieben - und ist aus eben diesem Plan später wieder rausgekickt worden.

Doch mit der Ortsumfahrung für Bluno stehe dies nicht zu befürchten, ist die Bautzener CDU-Bundestagsabgeordnete Maria Michalk sicher. "Natürlich stehen wir am Anfang eines langen Weges und es wird noch einige Zeit dauern.. Das ist allen klar. Aber diese Straße wird kommen. Und es lohnt sich, weiter gemeinsam dafür zu streiten", sagte sie gestern bei einem Vor-Ort-Treffen in Bluno mit dem Elsterheide-Bürgermeister Dietmar Koark (CDU) und dem Blunoer Ortsvorsteher Udo Zippack.

Die B 156-Ortsumfahrung Bluno ist eines von 47 Straßenbauprojekten aus Sachsen, die den Sprung in den Bundesplan geschafft haben. Insgesamt 74 Vorhaben hatte Sachsen angemeldet - knapp zwei Drittel davon sind nun mit der Aufnahme in die Planungsliste auch wirklich finanziell untermauert. Also auch Bluno. Die auf zirka drei Kilometer Länge geplante Ortsumgehungsstraße an der wichtigen Ost-West-Verbindung B 156 zwischen Polen und der Autobahn A 13 hat es als eines der kleineren Vorhaben mit Kosten in Höhe von rund sieben Millionen Euro zwar nicht in den Status des "vordringlichen Bedarfs" geschafft. Aber Bluno ist immerhin in der zweithöchsten Priorität "weiterer Bedarf mit Sternchen" eingestuft. Und das bedeutet, dass für die Straße beim Land Sachsen die Planungen zügig aufgenommen werden könnten. Der Landesverkehrsplan für den Freistaat soll im Frühjahr 2017 vorgelegt werden. So bestätigt es auch Maria Michalks Bundestagskollegin Veronika Bellmann (CDU), die Mitglied im Verkehrsausschuss des Bundestages ist, und die gestern ebenfalls beim Vort-Ort-Treffen dabei war. Der Freistaat müsse jetzt jedoch zügig die in den vergangenen Jahren bei sinkenden Straßenbauinvestitionen weggebrochenen Planungskapazitäten aktivieren.

Die Wichtigkeit der Ortsumgehung Bluno verdeutlichen auch einige Fakten aus den Voruntersuchungen. Die Straße wird in ihrer Verkehrswirksamkeit vom und zum Industriepark Schwarze Pumpe künftig eher an Bedeutung gewinnen. Das heißt: Es wird ein noch größeres Verkehrsaufkommen in dieser Richtung erwartet. Eine verbesserte Ost-West-Erschließung im Straßennetz wird raumordnerisch als Vorteil gesehen und verbessert die Anbindung der Region insgesamt. Für den Straßenneubau wurde ein Kosten-Nutzen-Verhältnis von 2,4 errechnet, was schon als sehr positiv gilt. "Und wir erhoffen uns natürlich mit besseren Straßenanbindungen auch positive Impulse für die touristische Entwicklung", ergänzt Bürgermeister Dietmar Koark.

Für die Bürger von Bluno bleibt der wichtigste Effekt freilich jener, im historischen Ortskern von weiter zunehmendem Schwerlastverkehr, von Lärm und Abgasen befreit zu werden. "Dazu sind sich hier alle Bürger einig: Die Belastung durch Verkehr wird immer unerträglicher", legt auch Ortsvorsteher Udo Zippack den Finger in die Wunde.

Eine konkrete Trasse für die neue Straße ist noch nicht geplant. Ins Visier ist allerdings eine stillgelegte Bahntrasse gerückt, die nördlich an Bluno vorbeigeht.