Von Rainer Könen

Für Lukas Kubo gilt bei diesem Wettbewerb das olympische Motto: „Dabei sein ist alles“.  Er könne sich schon ziemlich gut einschätzen, meint der 15-jährige Hoyerswerdaer, der die Oberschule „Am Stadtrand“ besucht. Das heißt für ihn beim diesjährigen siebten Leistungswettbewerb im Fach Wirtschaft-Technik-Haushalt, kurz auch WTH genannt, bei der Aufgabenstellung - es galt ein Werkstück herzustellen - so gut wie möglich abzuschneiden.

„Ich denke aber nicht, dass ich unter die ersten drei kommen werde“, schätzt der Schüler seine Chancen gleich zu Beginn dieser Veranstaltung realistisch ein. Das stört ihn aber nicht. So schaut er  im Naturwissenschaftlich-Technischen Kinder- und Jugendzentrum (Natz) genau hin, was von den Ausbildern verlangt wird.

Lukas Kubo gehört zu den neun Schülern, die an diesem vom Landesamt für Schule und Bildung Bautzen ausgerichteten Wettbewerb mitmachen. Die Schüler der Klassen 8 und 9 sind aus Oberschulen in Hoyerswerda, Lauta, Wittichenau, Görlitz und Wilthen ins Bürgerzentrum der Zuse-Stadt gekommen.
Die Aufgabe lautet, aus recyceltem Material, dazu gehören eine Plastikflasche, sowie aus Holz und einem Solarmodul, ein sogenanntes Solar­auto zu bauen. Nach der Einweisung am Vormittag geht es für die 14- und 15-jährigen Schüler darum, die Vorgaben der Ausbilder umzusetzen. Diese schauen den Schülern vom ersten Arbeitsschritt bis zur Fertigstellung der Solarautos genau über die Schulter.

Karlheinz Kuchta, der an der Oberschule in Königsbrück unterrichtet und an diesem Tag zu den Ausbildern gehört, berichtet, dass dieser Leistungswettbewerb auch dazu da sei, das im Unterricht Gelernte, in der Praxis einmal umsetzen zu können.

Skizzieren, feilen und löten heißt das für die Teilnehmer des Leistungswettbewerbes. Doch zuerst geht es für die neun Schüler an den Entwurf des Werkstücks. Danach stehen sie an der Werkbank, wo sie aus Holzscheiben kleine Fahrgestelle bauen. Natürlich werde neben dem Endergebnis auch der Umgang mit dem Werkzeug, das Thema Arbeitsschutz mit bewertet, so Pädagoge Karlheinz Kuchta weiter.

Nicht für die Schule lernen, sondern für das Leben. Das Motto dieses Leistungswettstreites macht deutlich, worauf es bei dieser Veranstaltung ankommt. Sich in der Praxis auf das vorzubereiten, was einen später einmal bei einer Prüfung erwartet. Einige der teilnehmenden Schüler wollen später einmal einen handwerklichen Beruf ergreifen. „Da kann man  bei einem solchen Wettbewerb gut sehen, ob einem eine handwerkliche Tätigkeit liegt“, so Kuchta.

Am Nachmittag werden die Werkstücke dann der Jury vorgestellt. Sie sehen recht flott aus, diese munter fahrenden Ex-Plastikflaschen, die der Jury erwartungsvoll präsentiert werden. Lukas Kubo ist mit sich und seinem von ihm gefertigten kleinen Fahrzeug zufrieden. In ein handwerkliches Metier zieht es ihn nach der Schule aber nicht. Wohl eher in einen Bürojob. Aber erst mal, so der junge Hoyerswerdaer, gehe es zur Bundeswehr.

Für die drei besten dieses Leistungswettbewerbes geht es weiter. Sie dürfen am Landeswettbewerb in Dresden mitmachen. Der Endausscheid findet am 11. April an der TU Dresden statt.