Zuletzt war der große Teich mitten auf dem Zoogelände wohl nur noch ein Pro blemkind. Jedes Jahr im Spätsommer drohte das Gewässer zu kippen, heißt: die Wasserqualität wies bedenkliche Werte auf. An der oft tiefgrünen Farbe war das auch für den Laien zu sehen. "Wir mussten das Gewässer regelmäßig vom Schlamm befreien lassen, der sich durch den Eintrag von Laub immer wieder neu bildete", erklärt Arthur Kusber, der Geschäftsführer der städtischen Zoo, Kultur & Bildung gGmbH. Diese Kosten hofft der Zoo nun künftig einsparen zu können. Die am Montag gestarteten Tiefbauarbeiten zur Sanierung des Zooteiches sollen in der Zukunft stabile Verhältnisse bringen. Der Teich wird um mehr als ein Drittel verkleinert. "Dadurch gewinnen wir fast 900 Quadratmeter Fläche für den Zoo dazu und können den Rettungsweg zum Burgplatz hin neu anlegen", erklärt Arthur Kusber. Angesichts von überhaupt nur 45 000 Quadratmetern Fläche sei dies durchaus ein Gewinn, sagt er. Der Teich werde an einer Außenseite mit Schilf bepflanzt, was dem Biogleichgewicht helfen soll. Genau gegenüber soll auf dem dazugewonnenen "Neuland" das Gehege für die Großen Maras und die Nandus neu entstehen. Sowohl die Nagetiere, die auch Pampashasen genannt werden, als auch die Laufvögel sind in Südamerika beheimatet und gehören daher zusammen. So sieht es auch die Zoo-Konzeption vor, die die nachhaltige Neugliederung des Tierparks nach Geo-Zonen und Kontinenten anstrebt.

Rund 110 000 Euro wird der Eigenbetrieb ZooKultur in die Sanierung des Teiches investieren. "Bis Ende Februar muss das Grós der Arbeiten fertig sein. Denn im Frühjahr kehrt die Reiherkolonie zurück, die seit einigen Jahren regelmäßig auf unserem Zooteich brütet", erklärt die zoologische Leiterin Dr. Kathrin Kaltwaßer. Dann dürfen die Wasservögel nicht mehr durch Baggerlärm oder Erdmassentransporte gestört werden.

Die Umgestaltung des Zooteiches ist nur ein Teil einer Reihe von Bauvorhaben, die der Zoo in den kommenden Jahren peu à peu umsetzen will. Noch 2016 soll zum Beispiel der Umbau im Huftierbereich starten. Im jetzigen Alpakagehege entsteht das neue Domizil für die Esel, die Trampeltiere bekommen dagegen ihr neues Gehege auf dem früheren Eselgelände. "Wenn wir so etwas umgestalten, werden natürlich die Ställe und die Bewirtschaftungsbedingungen gleich mit optimiert. Am Ende soll ein Plus sowohl für die Tiere und für die Zoobesucher, aber auch für unsere Tierpfleger entstehen", so Kathrin Kaltwaßer. Die Umstrukturierung im Huftierbereich wird zudem eine wesentliche Voraussetzung dafür sein, dass sich der Zoo einen neuen Wirtschaftshof auf dem eigenen Gelände bauen kann - nämlich auf dem Areal des jetzigen Trampeltiergeheges am Rande des Zoos. Der bisherige Wirtschaftshof ist außerhalb des Tierparkgeländes in einem nicht zooeigenen Gebäude untergebracht. Nicht nur aus logistischen Gründen sei dies nicht optimal, sagt die Zooleiterin. Sobald der neue Wirtschaftshof fertig ist, werde mit dem Bau der geplanten Afrika-Savanne begonnen. Diese Anlage für Zebras, Rappenantilopen & Co. werde dann sogar die altgewohnte Wegeführung maßgeblich verändern - hin zu einem Rundgang durch alle Geozonen.

Es ist also einiges in Bewegung im Hoyerswerdaer Zoo. Kathrin Kaltwaßer: "Es ist ein permanenter Umbau, wie er nötig ist. Und er bringt immer wieder etwas Neues für unsere Zoo-Besucher."

Zum Thema:
Karfreitag, 25. März, jeweils um 10 und 14 Uhr:Geführter Osterspaziergang durch den ZooPfingstsonntag, 15. Mai, 15 bis 17 Uhr:Pfingstkonzert mit BlasmusikSonntag, 5. Juni, 10 bis 18 Uhr: Stadtkindertag in Hoyerswerda Sonnabend, 3. September, 11 bis 18 Uhr: Erstmals nach langer Pause soll wieder ein Tiergartenfest stattfindenTag der deutschen Einheit, 3. Oktober, 14 bis 18 Uhr: Einladung zum Deutschen Zootag Montag, 31. Oktober, 17 bis 20 Uhr: Halloween im Zoo