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| 18:47 Uhr

Zoo
Tierpfleger stellen sich und ihre Arbeit vor

Am Zootag in Hoyerswerda hat Beatrice Kulk die Ziegen gefüttert.
Am Zootag in Hoyerswerda hat Beatrice Kulk die Ziegen gefüttert. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Am Deutschen Zootag informiert die Hoyerswerdaer Einrichtung über Tiere und Baumaßnahmen. Von Katrin Demczenko

Wer Interessantes über Tiere und den Hoyerswerdaer Zoo erfahren wollte, ist am Sonntag zum Deutschen Zootag genau richtig gewesen. Die Mitarbeiter hatten mehrere Informationsstände aufgebaut und besondere Schaufütterungen im Huftierrevier, bei den Erdmännchen sowie den Nandus vorbereitet.

Zootierpflegerin Nadine Schubert stellte den südamerikanischen Laufvogel Nandu vor, der täglich Apfel-, Möhren-, Gurkenstückchen und Salatblätter frisst. Wenn es sich anbietet, verschlucken Nandus auch mal einen jungen verletzten Sperling, hat die Zootierpflegerin schon beobachtet. Die ausschließlich weiblichen Tiere der Gruppe teilen sich seit 2017 mit den Großen Maras die Anlage am Teich. Nadine Schubert erklärte auch, dass der Berufsverband der Zootierpfleger den Deutschen Zootag aus der Taufe gehoben hat, um die tägliche Arbeit zum Wohl der Tiere vorzustellen.

Zootierpflegerin Saskia Schroll fütterte die derzeit 13 flinken Erdmännchen, die biologisch zur Gruppe der Schleichkatzen gehören. Nur das dominante Pärchen Hannelore und Benno pflanzt sich fort und alle erwachsenen Tiere ziehen gemeinsam deren Junge auf. Spinnen, Eier und Küken gehören zu den Leibspeisen der Erdmännchen, sie bekommen aber auch täglich Obst und Gemüse, erzählt Saskia Schroll. Die gebürtige Thüringerin kam erst im März 2018 der Arbeit wegen nach Hoyerswerda und fühlt sich im Zoo und in der Stadt mittlerweile recht wohl.

Wie immer bekamen die Humboldt-Pinguine Heringe gefüttert, weil diese gegenüber anderen Fischarten nur wenig mit Schadstoffen belastet sind, erklärt Zootierpflegerin Katrin Visser. Sie erzählt den Besuchern auch, dass die possierlichen Frackträger vor der peruanischen und nordchilenischen Küste am kalten Humboldtstrom in Freiheit leben. Problematisch sind für sie dort die Klimaerwärmung und der starke Fischfang, wodurch sich ihr Nahrungsangebot verknappt.

Doch am Deutschen Zootag sprach die Pressesprecherin Stefanie Jürß auch über die turnusmäßige Renovierung des Geheges der Galapagosschildkröten und den 165 000 Euro teuren Neubau einer Raubkatzenanlage für das Chinaleopardenpärchen San und Baobao. Zum 60. Zoogeburtstag im nächsten Jahr sollen die Tiere ihr neues Zuhause beziehen und die Züchtung der bedrohten Art wird beginnen, lautet der ehrgeizige Plan. Zur Finanzierung des Großprojektes läuft seit dem 31. August und noch bis zum 31. Oktober ein Crowdfunding auf der Internetseite 99funken. Viele Spenden aller Zoobesucher und Unterstützer sind gefragt, um die Teilsumme von 20 000 Euro zusammenzubekommen. Im Gegenzug erhalten die Teilnehmer attraktive Preise, sagt Stefanie Jürß.

Beatrice Kulk aus Hoyerswerda möchte, dass alle Zoobewohner unter guten Bedingungen leben und hat deshalb schon gespendet. Mit ihrer kleinen Tochter besucht sie den Zoo regelmäßig und schaut besonders gern neugeborene Jungtiere an. Für fünf Euro erhielt sie den Stachel eines Stachelschweins. Wo bekommt man schon so etwas, sagt die Tierliebhaberin.