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| 01:08 Uhr

Deutsch-Polnisches Städtenetzwerk geplant

Weißwasser.. Zu mehreren „Grenzsprüngen“ setzten am Mittwoch die Bürgermeister von Forst, Zary, Zagan und Weißwasser an. Im Weißwasseraner Rathaus unterzeichneten Dr. Gabi Nitsche

Gerhard Reinfeld, Roman Pogorzelec, Slawomir Kowal und Hartwig Rauh eine Absichtserklärung zur Gründung eines Städtenetzwerkes.
Mit dem Netzwerk der zwei deutschen und zwei polnischen Städte könne man die Interessen gegenüber Dritten schlagkräftiger darlegen, als das allein möglich ist, so der Forster Bürgermeister Dr. Gerhard Reinfeld kurz bevor die Herren zur Unterschrift ansetzten. „Die Europäische Union fordert und fördert solche Netzwerke. Warum sollen wir dieser Forderung nicht folgen, wenn wir finanziell dafür belohnt werden?“ fügte Dr. Reinfeld an. Weißwassers Oberbürgermeister Hartwig Rauh konnte dem nur zustimmen. „Mit der heute verabschiedeten Absichtserklärung sind wir den ersten Schritt auf einem neuen Weg gegangen, an dessen Ende viel Licht zu sehen ist.“ „Zu viert sind wir einfach stärker als zu zweit“ , ist auch Roman Pogorzelec aus Zary überzeugt. Er freue sich, dass damit die Ländergrenzen zwischen Brandenburg und Sachsen überwunden werden, stellte der Forster fest. Slawomir Kowal aus Zagan griff den Faden auf und ergänzte, dass nicht nur diese Grenze, sondern auch die nach Polen übersprungen werde. Nicht zu vergessen die der Sprache.
Bei der künftigen Zusammenarbeit sollen vor allem Themen aus Wirtschaft, Kultur, Bildung, Sport und dem kommunalen Bereich im Vordergrund stehen. Die Grundlagen dafür soll eine Vereinbarung über ein Städtenetzwerk regeln, so heißt es in der gestrigen Absichtserklärung. In dieser steht auch geschrieben, dass die Gründung bis zum Abschluss des Deutsch-Polnischen Jahres im Mai 2006 erfolgen soll. Ausgearbeitet wird besagte Vereinbarung durch eine gemeinsame Arbeitsgruppe. Dieser gehört aus Weißwasser Wirtschaftsförderer Thorsten Rennhak an.
Nach Gesprächen, die bereits im Sommer zwischen Forst und Zary und zum Tag der Sachsen im September in Weißwasser stattfanden, hatten sich die vier Bürgermeister kurzfristig auf den gestrigen Termin geeinigt. Wie Dr. Gerhard Reinfeld berichtete, habe man sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Denn am späten Nachmittag fand in Bad Muskau eine Gesprächsrunde mit deutsch-polnischer Beteiligung statt, zu dem die Stadtchefs ebenfalls eingeladen waren. Hier ging es um Fragen der Zusammenarbeit in der Wirtschaft.
Derweil Kowal und Pogorzelec Vertreter ihrer Stadtparlamente zur Unterzeichnung mitbrachten, war sich Weißwassers OB der Zustimmung des Ältestenrates sicher.