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Deutsch-Irischer Workshop und Konzert als Testlauf

Hoyerswerda. Am Wochenende sind englische Stimmen durch das "Auszeit"-Haus im Wohnkomplex 10 geschwirrt. Die Konrad-Zuse-Akademie Hoyerswerda (Zusak) hatte vier irische Folk-Musiker aus Belfast zu Workshop und abendlichen Konzert eingeladen. Katrin Demczenko/dcz1

Wie sich herausstellte, waren Jim McCorry und Breandan Mac Douncha, Seamus Mac Eoghan und Sean McShim erst kurz vor dem Projekt zum ersten Mal begegnet. Dasselbe galt für die deutschen Teilnehmer des Workshops. Da Musik aber eine international verständliche Sprache ist, führte sie alle Musiker schnell zusammen.

Jim McCorry spielte Banjo und sang dazu irische und amerikanische Folk-Musik, die meist von Liebe, dem Auswandern nach Amerika oder dem Tod erzählte. Breandan MacDouncha sorgte mit Gitarre, Sopran-Blockflöte oder begleitendem Gesang für den passenden Sound. Seamus Mac Eoghan spielte Mandoline und Sean McShim Mundharmonika. Mit der Einhandtrommel gab er einigen Stücken den richtigen Rhythmus. Dazu gesellten sich heutige und ehemalige Hoyerswerdaer Schüler, eine Kindergärtnerin, ein Journalist und andere Musiker mit Gitarren, einer Querflöte, Klarinette und einer Zweihand-Trommel.

Zuerst spielten die Iren den Belfast-Song. Philip Campbell, der als Partner der Zusak die irischen Musiker nach Hoyerswerda gebracht hatte, erzählte aus der bürgerkriegsgeschüttelten Geschichte seines Landes. Da in Irland wie in der Lausitz mehrere Sprachen beheimatet sind, wollten die Gäste ein sorbisches und ein deutsches Volkslied hören. Die Kindergärtnerin Simone Frank sang ein sorbisches Lied und alle deutschen Teilnehmer gemeinsam trugen "Wenn alle Brünnlein fließen" vor. Eine kleine Melodie, die die neunjährige Hanna Malinske auf ihrer Querflöte spielte, griffen die irischen Musiker auf. Hannas Bruder Richard durfte während eines Stückes die Einhandtrommel ausprobieren. Bastian Kalkbrenner, der sich das Gitarrenspiel selbst beigebracht hatte, musizierte das erste Mal mit anderen Musikern zusammen. Die Verständigung erfolgte auf Englisch, womit alle Teilnehmer gut zurechtkamen.

Im Workshop und im Konzert "kommt es nicht auf das perfekte Beherrschen des Instrumentes an, sondern auf das Lernen voneinander", erklärte Philip Campbell. Er findet die Kreativität wichtig, die das gemeinsame Musizieren mit sich bringt. Der Geschäftsführer der Zusak, Alf Wallner, wollte "im kleinen Rahmen zeigen, was bei uns an der Uni stattfinden wird". Da spielte er auf die künftigen Studenten zum Musikmanager/-produzenten an, die einmal im Jahr einen Workshop mit irischen Studenten organisieren sollen. Natürlich sei die Veranstaltung dann offen für alle Interessenten. Der Probelauf habe gezeigt, dass die Hoyerswerdaer das Angebot annehmen.