Von Sascha Klein

Versuch Nummer zwei: Das alte Kinderwochenheim an der Lautaer Friedrich-Engels-Straße soll einen neuen Besitzer bekommen. Der Lautaer Stadtrat hat am Montag – wie erwartet – die alte Vergabe an eine Familie aus Leippe zurückgenommen und stattdessen dem Lautaer Martin Geyer (38) mit seinem Projekt „Dogwerk“ den Zuschlag gewährt.

Verkaufspreis: 35.000 Euro

Geyer tritt jetzt – wie schon die Leippsche Familie vor rund einem Jahr – in Verkaufsverhandlungen mit der Stadt. Der Kaufpreis soll bei 35 000 Euro liegen – deutlich unter Wert. Das Verkehrswertgutachten hatte einen Wert von 132 000 Euro ausgewiesen. Für diesen Preis hätte sich jedoch kein Käufer gefunden. Deshalb gibt es die Stadt Lauta jetzt trotzdem ab. Lautas Bauamtsleiter Wolfhardt Persicke erklärt: „Würden wir das Kinderwochenheim selbst sanieren, stünden etwa Kosten in Höhe von 600 000 Euro an“, betont er im Stadtrat. Dieses Geld hat die Stadtverwaltung jedoch nicht. Zudem habe die Stadtverwaltung selbst für das Areal keine Verwendung mehr. Deshalb gebe sie es lieber in private Hände ab. Persicke sagte, zurzeit gebe es kein besseres Konzept.

Martin Geyer, der die Entscheidung im Lautaer Lautech-Gebäude mitverfolgt hat, will aus dem Areal ein Hundezentrum mit Pension und Tagesstätte, Schulungsraum sowie Trainingszentrum machen. Wie er auf RUNDSCHAU-Nachfrage betont hatte, hat er bereits Vorverträge mit einem Tierarzt und einem Tierfrisör, die sich nach abgeschlossenem Kauf auf dem Grundstück in Gebäude einmieten.

Investitionen sind nötig

Der 38-jährige Polizeibeamte, der selbst Diensthundeführer ist und inzwischen bei der Polizei auch Diensthunde aus- und Diensthundeführer fortbildet, will laut Angaben der Stadtverwaltung bis zu 800 000 Euro in die Gebäude und das Grundstück des alten Kinderwochenheims investieren. Das Grundstück hat eine Größe von rund 11 200 Quadratmetern, die bebaute Gebäudefläche beträgt 2105 Quadratmeter. Ein Problem: Das Grundstück, das neben der früheren Wäscherei Schwanenweiß liegt, gilt als Altlastenverdachtsfläche und weist teils erhöhte Schadstoffgrenzwerte auf. Sie lägen jedoch noch unter den Grenzwerten. „Ich kenne dieses Gutachten“, sagte Geyer während des Stadtrates. „Es bringt mich nicht vom Kauf ab.“

Die Stadträte votierten schließlich bei zwölf Ja-Stimmen, einer Enthaltung und einem Nein für den Verkauf des alten Kinderwochenheims an Martin Geyer. „Das Konzept hat mich überzeugt. Es ist für das Objekt das beste, an Herrn Geyer zu verkaufen“, so CDU-Fraktionschef Michael Rischer. Lothar Kusche (Freie Wähler) sagt deutlich: „Wir haben uns ellenlang mit dem Thema auseinandergesetzt. Jetzt müssen wir mal zu Potte kommen.“