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Straßenbau
Der Tunnel Königshainer Berge bleibt vorerst frei

Sachsen investiert im Jahr 2018 Millionen in seine Straßen. Autofahrer müssen mit großräumigen Umleitungen rechnen.

Die Autobahn 4 gilt als wichtigste Verkehrsader der Oberlausitz. Die 100 Kilometer zwischen Dresden und Görlitz passieren nach Angaben der Bundesanstalt für Straßenwesen im Schnitt um die 30 000 Fahrzeuge pro Tag, davon ein Fünftel Schwerverkehr. Jetzt rücken zwischen Bautzen und Görlitz wieder die Bauarbeiter an.

Andreas Biesold, Niederlassungsleiter des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) in Bautzen, kündigt an, dass von Ende Juni bis Mitte Oktober zwischen den Abfahrten Bautzen-Ost und Weißenberg beidseitig ein 2,3 Kilometer langer Abschnitt erneuert werden soll. Dafür stünden drei Millionen Euro bereit. Zwischen den Anschlussstellen Weißenberg und Niederseifersdorf  sei ebenfalls eine Sanierung geplant, dort auf 7,5 Kilometern, die mit 4,1 Millionen Euro zu Buche schlagen. Los gehe es im August, im November sei alles fertig.

Im Tunnel Königshainer Berge haben die Autofahrer dagegen in diesem und im nächsten Jahr weitestgehend freie Fahrt. Eine Ausnahme bilde lediglich die jährliche Wartung. Langfristig gesehen müsse der Tunnel unter dem namensgebenden Gebirge allerdings saniert werden. „Wir wollen sicherheitstechnisch aufrüsten“, erklärt Andreas Biesold. Wann es soweit ist, stehe noch nicht fest. „Wir werden die Bevölkerung aber rechtzeitig und umfassend informieren“, sagt der Fachmann. Der knapp 3,3 Kilometer lange Tunnel, das ist fünftlängste Straßentunnel in Deutschland,  war vor rund 20 Jahren in Betrieb gegangen.

Auch auf den Oberlausitzer Bundesstraßen wird in diesem Jahr kräftig gebaut. Bereits seit Anfang April laufen die Arbeiten an der B 96 zwischen Maukendorf und Groß Särchen südlich des Knappensees. Der 1,8 Kilometer lange Abschnitt werde bis 11. August unter Vollsperrung gebaut. Für die B 97, die kürzeste Verbindung von Dresden nach Hoyerswerda, sei die Sanierung der berüchtigten Hirschkurve in Ottendorf-Okrilla vorgesehen. Diese solle von Anfang Juli bis Ende November entschärft und die Fahrbahn verbreitert werden. Dafür müsse ein Haus komplett und ein zweites teilweise abgerissen werden. Für die Autofahrer werde eine großräumige Umleitung  über die S 177, den Dresdner Ring, eingerichtet. Brummi-Lenker müssen mit einer noch längeren Umfahrung rechnen.

In Kodersdorf soll die Kreuzung zwischen der B 115 und dem Abzweig nach Särichen instandgesetzt werden. Der 0,2 Kilometer lange Abschnitt werde von August bis Oktober unter Halbsperrung saniert. Im Herbst müsse der Knoten für vier Wochen komplett gesperrt werden. Im weiteren Verlauf der B 115 gen Norden wartet bereits die nächste Baustelle. Denn von Anfang August 2018 bis Mitte 2019 erfolge der Neubau der Bahnbrücke bei Niesky. Die Behörden richten zwar eine großräumige Umleitung über Mücka, Reichwalde und Rietschen ein, doch ein Großteil des Verkehrs dürfte wohl den wesentlich kürzeren Weg durch das Nieskyer Stadtzentrum bevorzugen.

Auch auf den Staatsstraßen tut sich anno 2018 einiges. Bereits im vollen Gange ist der Neubau der Brücke der S 127 am Museum in Sagar. Anfang Juli solle alles vollendet sein. Nur einen Steinwurf entfernt erhält die Verbindung von Sagar nach Weißkeißel in Höhe der Ausbauten einen neuen Verlauf. Der 2,2 Kilometer lange Abschnitt vom Abzweig zur Grenzbrücke bis zum Beginn der Neubaustrecke nahe des Weißkeißeler Kreisels werde für vier Millionen Euro den heutigen Erfordernissen angepasst.

Ob tatsächlich alle Baumaßnahmen in diesem Jahr wie geplant umgesetzt werden können, sei aber noch nicht sicher. Denn es mangele am Interesse der entsprechenden Firmen. An manchen Ausschreibungen habe sich nicht ein Unternehmen beteiligt. Beispiel Hirschkurve Ottendorf-Okrilla: „Dort wollten wir bereits im vergangenen Jahr bauen, mussten aber das Eine- Million-Euro-Vorhaben mangels Firmen um zwölf Monate verschieben“, erklärt Andreas Biesold. Für dieses Jahr sei er optimistisch.

Für den Staatsstraßenbau in Sachsen werden für das laufende Jahr rund 86 Millionen Euro veranschlagt, teilt Lasuv-Sprecherin Isabel Siebert mit. Darüber hinaus hat der Landtag für Planung und Bau von Staatsstraßen weitere 40 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Für Bundesstraßen und Autobahnen stehen 2018 in Sachsen indes fast 260 Millionen Euro zur Verfügung.