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Der Traum von der Bundesliga

Ohne Leute wie Michael Liebner würde es keine Fußballspiele geben. Der Lautaer sorgt als Pfeifenmann dafür, dass alles in geordneten Bahnen abläuft. Noch pfeift er dabei in Lauta, Laubusch oder Bernsdorf. Doch das könnte sich vielleicht schon bald ändern. Von Gunnar Schulze

Noch im vergangenen Spieljahr kickte der junge Mann im Nachwuchsbereich des FSV Lauta. Dann stieß Multifunktionär und Trainer Andreas Born bei der Suche nach Schiedsrichtern im eigenen Verein auf Michael Liebner, der sich schnell zum Wechsel zu den Unparteiischen entschied. „Fußballerisch wäre ich bestimmt keine Größe geworden. Das Gefühl hatte ich zumindest und da bin ich umgeschwenkt“ , erzählt der Bundeswehrsoldat zu seiner Entscheidung im März 2002. Nur kurze Zeit später drückte er die Schulbank auf einem Schiedsrichterlehrgang.
Im eigenen Nachwuchsbereich fing der „Pfeifenmann“ an, sich die ersten Sporen zu verdienen, bevor er als Schiedsrichteranwärter in der Stadtklasse die ersten Partien selber leiten durfte. Mittlerweile sind 30 Partien zusammengekommen, mit nur einer roten Karte, die Michael Liebner verhängte. „Ausgerechnet in der letzten Partie der Saison war ein Sündenbock auf dem Platz, den ich wegen einer groben Tätlichkeit vom Spielfeld schicken musste. Eigentlich schade, denn das ärgert auch immer den Schiedsrichter, der sportlich faire Begegnungen vorzieht.“
Dieser Tage erhielt der Mann in schwarz Post vom Fachverband. Für das kommende Spieljahr wurde Michael Liebner in die Stadtliga aufgestuft. „Die erste Hürde ist genommen, hoffentlich geht es so weiter“ , freut sich der junge Mann.
So pendelt Michael Liebner zwischen Bundeswehr und Fußballplätzen der Lausitz hin und her. Doch eine klare Zielstellung verfolgt er dabei schon. „Wenigstens Spiele in der Oberliga möchte ich leiten.“ Die Bundesliga hingegen ist ein (noch) sehr weiter Traum.
Doch höhere Ziele sind auf jeden Fall für ihn drin. Mit der neuen Einstufung wurde der junge Unparteiische erst einmal in den U-18-Bezirkskader der Schiedsrichter berufen.
Nach wie vor sitzt Michael Liebner mit seinen ehemaligen Spielern zusammen, obwohl sie kurz zuvor nach seiner Pfeife tanzten. „Das tut unserer Freundschaft keinen Abbruch. Da wird akzeptiert, was ich auf dem Platz entscheide. Sicher ist es gut, dass man mitunter danach über das eine oder andere in Ruhe redet“ , sagt der junge Referee.
„Michael macht seine Sache recht ordentlich, ist mit viel Fleiß und Engagement bei der Sache. Da kann man ihm nur die Daumen drücken, dass er seinen Traum vom Leiten einer großen Partie nicht aus den Augen verliert und es mit seiner Karriere so rasant weiter geht“ , drückt der Lautaer FSV-Trainer Andreas Born jedenfalls kräftig die Daumen, damit es auch künftig weiter die Ligen aufwärts geht.