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Der Spaß kommt beim Flechten

Ingrid Thomschke geht die Arbeit leicht von der Hand. Sie will auch in den kommenden Jahren wieder mitmachen.
Ingrid Thomschke geht die Arbeit leicht von der Hand. Sie will auch in den kommenden Jahren wieder mitmachen. FOTO: Heinz Hirschfeld/hir1
Bernsdorf. Rankeflechten ist nicht gleich Rankeflechten. Das zeigt sich beim Plausch mit den Damen, die im Bernsdorfer Mehrgenerationenhaus für einen schicken Maibaum ackern. Wobei: Der Spaß war wohl allgegenwärtig. Heinz Hirschfeld / hir1

Die 13 Frauen, und vier Männer, die am Dienstag im Keller des Mehrgenerationenhauses Bernsdorf mit ihrer Arbeit dafür sorgten, dass am Abend des 30. April wieder ein etwa acht Meter hoher Maibaum mit Krone, auf dem Schützenfestplatz steht, hatten sichtlich Spaß beim gemeinsamen Arbeiten. Da wurde so manches Thema angeschnitten. Wer den Chef des Bernsdorfer Kulturvereins machen könnte, aber auch über den nächsten Höhepunkt im Frauentreff. Da sagte die 63-jährige Ingrid Thomschke aus dem Kulturverein, dass sie gespannt sei, ob der Bauchtanz zum nächsten Frauentreff überhaupt stattfinden könne, denn sie hätte gehört, dass die Bauchtänzerin krank sei. Die Frage blieb derweil unbeantwortet.

Ingrid Thomschke erzählt, dass sie nach 45 Jahren wieder mal bei einem Rankeflechten dabei ist. "Früher, als ich noch im Wiednitzer Jugendverein war, da gab es öfter mal eine Ranke zu flechten, ob zu Hochzeiten und Maifeierlichkeiten." Ihr macht es jedenfalls wieder Spaß, denn nach ein bisschen Einarbeitung flutscht es wieder. "Ich bin bestimmt nicht das letzte Mal dabei", sagt sie.

Marlies Friedrich ist mit der Krone des Maibaums und mit der 15 Meter langen Ranke beschäftigt. Sie ist die erfahrenste "Rankenflechterin". Die 54-Jährige hat mit 15 Jahren bei der Großgraber Dorfjugend erstmals beim Rankeflechten mitgemacht. Am Dienstag leitete sie das Rankeflechten im MGH. Der Chefin von "Marlies lustiger Klöppeltruppe" liegt die Tradition des Mairankeflechtens sehr am Herzen. Deshalb hat sie aus ihrer Klöppeltruppe gleich mehrere Frauen und einen Mann "organisiert". Birgit Zurek ist sogar aus Hohenbocka gekommen. Auch aus Kamenz, Lauta und Oßling hat die Klöppeltruppe Hilfe geholt.

Die vier Männer arbeiten im Freien unter einem großen Schirm, der bei schönem Wetter die Sonne abhalten soll. Am Dienstag war es der Regen, der ferngehalten werden musste. Die Männer hatten die wichtige Aufgabe, die geschmeidigeren Fichtenzweige von den stärkeren Ästen zu trennen. Der Bauhof Bernsdorf unterstützte das Projekt mit Fichtenmaterial.

Etliche Frauen halfen erstmals mit. So Ingrid Kosel vom Kulturverein, die auch schon in ihrer Jugendzeit so manche Ranke geflochten hat. Margret Buder war auch erstmals beim Rankeflechten. Seit etwa zwei Jahren leitet sie im Mehrgenerationenhaus den Kräutertreff. "Mit Fichtenzweigen hatte ich bisher nichts zu tun, wenn gleich wir vor etwa einem Jahr im Kräutertreff Fichtenspitzensenf gemacht haben. Aber dazu nimmt man nur die Spitzen der Zweige. Das war jedenfalls eine leckere ausgefallene Sache. Aber auch heute macht es Laune", sagt sie. Die beteiligten Personen hatten jede Menge Spaß bei der Arbeit. Am Stärksten waren an diesem Tag der Bernsdorfer Kulturverein um Monika Seiffert und "Marlies lustige Klöppeltruppe" um Marlies Friedrich vertreten.