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Hoyerswerda
Der Schlüssel zum Top-Azubi

So sehen zufriedene (Ex-)Azubis aus (v.l.): Jasmin Renke, Elly Mroos und Maria Heim am Arbeitsplatz im Salon Haarschneider in Hoyerswerdas Altstadt.
So sehen zufriedene (Ex-)Azubis aus (v.l.): Jasmin Renke, Elly Mroos und Maria Heim am Arbeitsplatz im Salon Haarschneider in Hoyerswerdas Altstadt. FOTO: Anja Hummel / LR
Hoyerswerda. Der Hoyerswerdaer Salon Haarschneider ist „Vorbildlicher Ausbildungsbetrieb 2017“. Von Anja Hummel

Kaffee kochen, Boden fegen, ans Telefon gehen, hin und wieder Haare waschen – Alltag für Azubis in der Friseurbranche? Keinesfalls. Zumindest nicht im Salon von Heiko Schneider. Dass der Hoyerswerdaer Friseurunternehmer seinen Auszubildenden ein ganz exklusives  „Schulambiente“ bietet, das wurde jetzt hoch offiziell bestätigt. Von der Handwerkskammer (HWK) Dresden wurde der Salon zum „Vorbildlichen Ausbildunsgbetrieb 2017“ ernannt. Was Heiko Schneider seinen derzeit fünf Azubinen tagtäglich anbietet, betitelt die HWK als „innovative Nachwuchsarbeit“.

„Friseur ist immer noch ein Traumberuf für viele Mädchen. Bei uns bekommen sie die Möglichkeit, den auch richtig auszuleben“, sagt Heiko Schneider. Regelmäßig schickt er seine Nachwuchs-Friseurinnen auf Seminare in anerkannte Friseurschulen, zu Intercoiffure-Kollegen, aber auch mal nach Paris oder zu Fotoshootings nach Dublin. „Die Mädels kommen so auch auf internationale Bühnen. Und das schon während der Ausbildung“, so Schneider. Die sei schließlich schon anstrengend genug. Durch unvergessliche und gleichzeitig lehrreiche Ausflüge bleibt die Motivation hoch. Und das wiederum bringt Leistung.

Eine der motivierten jungen Damen im Haarschneider-Team ist Elly Mroos. Die 18-Jährige ist im zweiten von insgesamt drei Lehrjahren. „Ich war sofort begeistert, als ich das erste Mal im Salon stand“, erinnert sich die Spreewälderin. Für ihren Traumjob zog sie nach Hoyerswerda. Natürlich seien die besonderen Weiterbildungen ein absoluter Gewinn für sie und ihre bevorstehende Karriere. „Aber das Zusammenspiel von Team, Ambiente, Chancen und Bezahlung machen die Ausbildung hier so besonders“, sagt die langhaarige Blondine. Apropos Bezahlung: Heiko Schneider zahlt seinen mehr als 30 Mitarbeitern ein übertarifliches Gehalt. Denn: „Wer Großes leistet, sollte auch so bezahlt werden“, ist Schneider überzeugt. Einfach sei das wahrlich nicht, das gibt er zu. Vor allem in der Dienstleistungsbranche. Aber „riesengroße Talente“ wie seine Azubine Elly, hätten das nun mal verdient.

Neben Bezahlung und Weiterbildung kann Heiko Schneider allen Unternehmen nur raten: „Nehmt euch Zeit für eure Auszubildenden.“ Auch das gelinge im Alltagsstress nicht immer zu 100 Prozent. Elly Mroos aber ist äußerst zufrieden mit der „Aufmerksamkeit“, die ihr im Salon zuteil wird. „Wir haben den Freiraum, uns zu spezialisieren und unsere Talente werden gezielt gefördert“, erzählt sie. Flechten, Haare stecken, Make-Up – das sind Ellys „Spezialitäten“. In anderthalb Jahren ist sie ausgelernte Friseurin.

Eine, die schon im vergangenen Jahr ihren Gesellinnenbrief empfangen durfte, ist Maria Heim. Die 19-Jährige ist Ostsachsens beste Jung-Friseurin 2017, ausgezeichnet von der Handwerkskammer Dresden. „Natürlich hat der Salon auf meine gute Abschlussleistung einen großen Einfluss“, sagt Maria Heim. Ans Weggehen denkt sie nicht.

Doch trotz HWK-Auszeichnung und exklusiver Azubi-Betreuung: Bewerbungen flattern deshalb auch nicht massenhaft ins Hause Haarschneider. „Das ist bei uns wie überall auf dem Markt“, so Heiko Schneider. Auch deshalb ist er offen für Quereinsteiger. „Es gibt keinerlei Einschränkungen. Wer wirklich will, der ist willkommen.“

Ihren besonders großen Willen muss auch Elly Mroos bald wieder zeigen: Die Dauerwellenprüfung steht kurz bevor. Nicht gerade ihr Steckenpferd. Aber kein Problem. Denn sie weiß: Neben Dingen, „die nun mal sein müssen“, kommt ihre wahre Leidenschaft für Brautfrisuren und Make-Up nicht zu kurz. Dafür wird der Chef schon sorgen.