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Hoyerswerda
Der Schiri auf der Spielerin

Ex-Schiedsrichter Frank Neubert zu Gast in Hoyerswerda. Mit dabei war auch ein Kamerateam des MDR.
Ex-Schiedsrichter Frank Neubert zu Gast in Hoyerswerda. Mit dabei war auch ein Kamerateam des MDR. FOTO: Sascha Klein / LR
Hoyerswerda. Ex-Schiedsrichter Frank Neubert aus Hosena erzählt in Hoyerswerda über seine verrücktesten Erlebnisse auf dem Fußballplatz. Dabei hat er auch schon einmal Körperkontakt zu einer Dame gehabt. Von Sascha Klein

Er ist im einstigen Arbeits-Outfit gekommen – zumindest obenherum. Frank Neubert sitzt in der Hoyerswerdaer Brigitte-Reimann-Bibliothek und trägt ein schwarzes Leibchen mit dem Wappen des Fußball-Landesverbands Brandenburg. „Das ist das älteste, das ich noch habe“, sagt Neubert und lacht. Von irgendwann Mitte der 90er-Jahre. „Das ist Stretch, das geht noch“, sagt er. Um einen Spruch ist der Ex-Schiedsrichter und aktueller Wirtschaftsförderer Senftenbergs nicht verlegen.

Neubert ist einer, der die Klappe aufreißt - damals wie heute. Mehr als 40 Jahre hat der gebürtige Gröditzer auf dem Platz gestanden, und dabei so manche Anekdote erlebt. Die besten hat er in seinem Buch „40 Jahre Schwarze Sau“ zusammengeschrieben und trägt eine Auswahl am Mittwochvormittag in der Bibliothek vor.

Etwa 30 Gäste sind da, der Vorraum ist fast bis auf den letzten Platz gefüllt. Neubert wundert sich ein wenig: Der Frauenanteil ist extrem hoch. Mit den Fußball-Damen hat der Wahl-Hosenaer auch so seine Erfahrungen, wie er den Gästen erzählt. Bei einem Testspiel zwischen dem Chemnitzer FC und dem 1.FC Nürnberg vor etlichen Jahren ist er einmal mit einer Nürnbergerin zusammengerasselt und fand sich bäuchlings auf ihr wieder. Brille weg, gelbe Karte weg - dafür mit dem Gesicht halb im Dekollete der Spielerin. „Die Betreffende hat mich dann noch gefragt, ob ich mich verletzt hätte“, sagt Neubert. Einzelne Damen im Bibliotheks-Foyer juchzen auf.

Frank Neubert ist immer dann am Besten, wenn er die Geschichten frei erzählt, etwas gestikuliert und mitreißt. Etwa wie beim „Spieler im Vollrausch“. Da hatte er vor einer  Partie in der Vereinsgaststätte einen Spieler beobachtet, der bereits vor dem Spiel ordentlich gezecht hatte. Gute 90 Minuten später sollte gerade dieser Mann eingewechselt werden – betrunken. Neubert konnte nichts dagegen tun. Die Regeln gaben das her. Oder doch? „Beim ersten noch so kleinen Foul habe ich ihn unter einem Vorwand vom Platz gestellt“, erzählt er den feixenden Zuhörern. Neuberts Buch mit mehr als drei Dutzend  Episoden aus Brandenburg und Sachsen ist im Buchhandel erhältlich. Mehr Informationen unter: www.frank-neubert.info