Am Donnerstag feierte die Fachhochschule das Richtfest für den rund 15,4 Millionen Euro teuren Bau, der je zur Hälfte von Bund und Land finanziert wird. Ein Ereignis, zu dem auch die Wissenschaftsministerin Johanna Wanka und Finanzminister Rainer Speer aus Potsdam angereist sind.
Der Neubau des Biotechnologie-Gebäudes komplettiert den Hochschulcampus in Senftenberg, für den die baulichen Planungen somit abgeschlossen sind. Das zukünftige Laborgebäude mit seinem L-förmigen Baukörper hat eine Nutzfläche von 2800 Quadratmetern. Den Studenten und Professoren werden sechs Seminarräume mit je 15 Laborplätzen und 21 reine Laborräume mit je sechs bis acht Arbeitsplätzen zur Verfügung stehen, die speziell auf die Anforderungen biochemischer, molekularer bzw. zellbiologischer Untersuchungen ausgelegt sind. Hinzu kommen Seminar- und Kursräume mit insgesamt 330 Plätzen, zwei PC-Pools, ein kleiner Hörsaal sowie Büros und Arbeitsflächen für Professoren und labortechnisches Personal.
Rund 104 Millionen Euro seien bis Ende 2004 in die beiden Hochschulstandorte der Fachhochschule in Cottbus und Senftenberg investiert worden, davon allein 61 Millionen Euro am Standort Senftenberg, sagte Finanzminister Rainer Speer.
Das neue Haus lege den Grundstein für eine Intensivierung der Forschung und Lehre, bekräftigte die Präsidentin der FHL, Brigitte Klotz. Zehn statt vormals sieben Professoren, 14 Nachwuchswissenschaftler und dazu 300 Studierende bildeten das Fundament für eine Entwicklung auf internationalem Niveau.
In den zurückliegenden Jahren sei die Fachhochschule primär auf die Lehre ausgerichtet gewesen, sagt Prof. Günter Schulz, Studiendekan für das Fach Biotechnologie und FH-Vizepräsident. Heute stünde die Hochschule jedoch vor neuen Herausforderungen, die ein größeres Engagement in der Forschung erforderten. Dazu brauche es neue Räumlichkeiten, nicht zuletzt für Mitarbeiter, die über Drittmittel finanziert würden. Bislang seien die Labore auf die Lehre ausgerichtet gewesen. Das neue Raumkonzept hingegen sehe im unteren Bereich Kursräume für die allgemeine Lehre vor, während es im oberen Bereich Projektlabore für Projekt- und Graduiertenarbeiten gebe, wobei sich zwei Professoren ein Labor teilen. Zusätzlich habe jeder Professor ein eigenes Forschungslabor.
Dank des neuen Laborgebäudes könnten mehr Studenten in die praktische Ausbildung gebracht werden, hebt die Professorin für Zellbiologie, Ursula Anderer, hervor. „Wir sind dann besser und größer ausgestattet.“ (as)

Fakten Arbeit für Region
  Die Gesamtkosten für das neue Bio technologie-Gebäude belaufen sich auf knapp 15,4 Millionen Euro.
80 Prozent der bisher erteilten Bauaufträge konnten an Bauunternehmen aus Brandenburg und Berlin vergeben werden. Die restlichen 20 Prozent wurden an Firmen aus anderen ostdeutschen Ländern vergeben.
Das Gebäude bietet Platz für 270 Bachelor- und 45 Master-Studenten mit zehn Fachprofessoren.