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| 01:26 Uhr

Der Pumphut aus Spohla

Treten jetzt häufiger gemeinsam auf: (von links) Krabat (Wolfgang Kraus), Hanka (Caterina Maul), Pumphut (Lutz Maul) und Schwarzer Müller (Dieter Klimek). So geschah es auch beim neunten Stadtkindertag mit Krabatfest am 5. Juni im Hoyerswerdaer Zoo. Foto: Andreas Kirschke
Treten jetzt häufiger gemeinsam auf: (von links) Krabat (Wolfgang Kraus), Hanka (Caterina Maul), Pumphut (Lutz Maul) und Schwarzer Müller (Dieter Klimek). So geschah es auch beim neunten Stadtkindertag mit Krabatfest am 5. Juni im Hoyerswerdaer Zoo. Foto: Andreas Kirschke FOTO: Andreas Kirschke
Spohla. Den Gutmütigen lohnte er ihre Wohltaten. Geizhälse bekamen seinen derben Witz zu spüren. „Pumphut war ein lebensfroher, lustiger Geselle“, erzählt Lutz Maul (52) aus Spohla. „Ich kann mich gut in ihn hineinversetzen. Kann Lebensfreude vermitteln. Ich gehe selbst gern auf Menschen zu.“ Von Andreas Kirschke

Seit einem Jahr tritt er zu Festen und besonderen Anlässen als Sagenfigur Martin Pumphut auf. Ihm zur Seite stehen oft in Tracht seine Tochter Caterina (22) und die Spohlaerin Birgit Nusa (48). Spohla gilt laut Überlieferungen als Pumphuts Geburtsort.

Lutz Maul stieß durch seinen Schwiegervater Reinhold Weise, heute Vorsitzender des Spohlaer Heimatvereins, auf Pumphut. Dieser forscht seit 1998 emsig auf Pumphuts Spuren. 2001 lud er erstmals zu einem Pumphut-Tag ein. Kenner der Sagenfigur aus Spohla, Wittichenau, Neukirch, Neugersdorf, Wilthen und Mockrehna nahmen teil. Sie tauschten ihre Erfahrungen aus. “Ihr müsst den Menschen sichtbar, erkennbar machen, dass Spohla Pumphuts Geburtsort ist„, regte damals Jürgen Kubitz aus Wilthen an. So reifte bei Reinhold Weise die Idee für eine eigene Spohlaer Pumphut-Figur.

Schwiegersohn Lutz Maul verkörpert sie. Gelernt hat der gebürtige Klettwitzer Schlosser für Anlagengeräte. Heute arbeitet er als Masseur und medizinischer Bademeister. Pumphut begegnete ihm erstmals 2001 in Gestalt von Hans Tschöcke. Der Neugersdorfer trat damals in Spohla zum Maibaumwerfen als Pumphut auf. “Ich sah, wie er sprach. Er stellte Pumphut sehr überzeugend dar. Voller innerer Wärme. Voller Humor„, erzählt Lutz Maul. “Inzwischen hat sich vieles in Sachen Pumphut in Spohla getan.„ Hier entstanden eine Pumphut-Stele, ein Pumphut-Spielplatz und ein Pumphut-Pavillon.

Lutz Maul selbst liest sich immer tiefer in die Sagen ein. Jürgen Spottkes Buch “Pumphut, der Oberlausitzer Hexenmeister„ hilft ihm dabei. Hier geht es um die Vorahnung der Zigeunerin für Pumphuts Zauberkräfte, um Pumphuts Mutter, die Sorbin war, um viele Pumphut-Erlebnisse. “Ich will sie so erzählen, als hätte ich sie selbst erlebt„, betont der Spohlaer. “Die Stadt Wittichenau unterstützte uns finanziell in den Vorhaben zum Auftritt des Pumphuts.„

“Pumphut verfügt über erstaunliche Zauberkräfte. Das Magische ist sein großer Hut„, sagt Lutz Maul. Damit konnte Pumphut mit Leichtigkeit Mühlsteine bewegen oder die Mühlenwelle verändern.„ Einmal fuhr ein geiziger Müller Pumphut schroff an. Er verweigerte ihm Übernachtung und Wegzehrung. Der Sage nach soll Pumphut dank Zauberkraft seines Hutes den Müller kurzerhand fortgejagt haben. Über all dies will Lutz Maul erzählen. Mit eigenen Worten. Voriges Jahr, am 3. Oktober, trat er erstmals als Pumphut zum Markt- und Vereinsfest in Wittichenau auf. “Ich war sehr aufgeregt„, erinnert sich der Spohlaer. Heute gibt es mehrere Pumphut-Darsteller. Beim Pumphut-Treffen am 29. August in Wilthen diskutierten sie über Probleme. Dazu gehörte auch ein Brief des Pumphut-Darstellers Reinhard Thomas aus Preske an die Spohlaer mit der Mahnung, er habe sich den Namen “Pumphut„ patentrechtlich schützen lassen. “Die Auftritte von Lutz Maul sind ehrenamtlich im gemeinnützigen Interesse. Gemäß der Satzung unseres Heimatvereins. Dieses Wirken wird durch die Stadt Wittichenau unterstützt und gefördert„, betont Reinhold Weise. Er unterstreicht zudem: Pumphut gehört allen Menschen. Es gibt kein “Privileg„ auf ihn. Die Sagenfigur ist hohes Kulturgut. Sie gehört seit Jahrhunderten zum deutschen Sagenschatz.