| 19:17 Uhr

Lausitzer Seenland
Der Plan für den Knappensee 2.0

Für das neue Wegeleitsystem im sächsischen Teil des Lausitzer Seenlands ist am Mittwoch die erste Tafel enthüllt worden. Sie steht vor dem Kulturhaus in Laubusch. Die offizielle Einweihung ist am Rande der Tagung des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Sachsen vom Landrat Michael Harig, von Bürgermeistern und Touristikern vorgenommen worden. An insgesamt 34 Standorten in der Region werden solche Tafeln auf touristische Attraktionen und die Geschichte der Ortschaften hinweisen.
Für das neue Wegeleitsystem im sächsischen Teil des Lausitzer Seenlands ist am Mittwoch die erste Tafel enthüllt worden. Sie steht vor dem Kulturhaus in Laubusch. Die offizielle Einweihung ist am Rande der Tagung des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Sachsen vom Landrat Michael Harig, von Bürgermeistern und Touristikern vorgenommen worden. An insgesamt 34 Standorten in der Region werden solche Tafeln auf touristische Attraktionen und die Geschichte der Ortschaften hinweisen. FOTO: Catrin Würz / LR
Laubusch/Groß Särchen. Das Konzept für das Altbergbau-Gewässer nach der umfänglichen Sanierung steht jetzt. Von Catrin Würz

Für den Knappensee ist der Zukunftsplan geschmiedet. Wie das Altbergbau-Gewässer nach der acht Jahre andauernden Sanierung durch die LMBV ab 2022 wieder zu einer Freizeitoase für Wassersportler, Camper und Erholungssuchende werden kann, beschreibt der jetzt vorgelegte Masterplan für den See. Er ist ein Kompass für künftiges Handeln - aber längst keine fertige „Bauanleitung“.

Die Zukunft des Sees liege demnach in der Chance, unter den Gewässern des Lausitzer Seenlandes der „Ruhepol“ zu werden. Das schlägt Andreas Worbs vom beauftragten Planungsbüro STEG aus Dresden vor. „Knappensee 2.0 - erholsam, naturbelassen, aktiv“ - so soll das Motto und zugleich das Credo für die Entwicklung der See- und Uferflächen sein. Als Zielgruppe werden Wassersportler, Ruhe- und Erholungssuchende, aber auch Angler angesprochen, erklärte Worbs auf der Tagung des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Sachsen am Mittwoch in Laubusch.

Klar ist schon: Alles, was mit Wassersport und Bootsbetrieb zu tun hat, wird am Südufer bei Groß Särchen konzentriert. Vorgesehen sind der Bau eines Steges, einer Slipanlage zum Einlassen von Booten sowie etwa 50 Bootsliegeplätze und eine Bootsvermietung. Zusätzlich soll im Nordosten des Knappensees nahe der Siedlung Knappenhütte ein Rastplatz für Wasserwanderer geschaffen werden.

Für Badegäste und Schwimmer sollen am See künftig rund ein Kilometer öffentliche Strandflächen zur Verfügung stehen. „Ausdrücklich schließt das auch einen textilfreien Badestrand mit ein. Diese Wünsche wurden in der Region deutlich geäußert“, erläutert Projektentwickler Andreas Worbs.

Ein großes Thema waren am Knappensee vor der Sperrung des Gewässers Camping und Caravaning. Und das wird auch nach der Freigabe des Sees wieder so sein. Rund 200 Stellplätze für Zelte, Campingmobile und Dauercamper sind auf Arealen bei Groß Särchen und Koblenz vorgesehen. Avisiert ist dabei das Segment im mittleren bis guten Komfort.

Ein Angebot, das bisher in der Region der Altbergbauseen noch nicht zu finden ist, sind Mietbungalows. Eine Anlage mit etwa 40 Bungalows für vier bis acht Personen ist für eine Fläche bei Groß Särchen vorgesehen. Zum geplanten Ausbau der Promenade biete sich darüber hinaus ein zentrales Gebäude mit Serviceleistungen und Pensionen an, so sieht es die Ideensammlung vor.

Rund um den See wird es nach der Freigabe für die touristische Nutzung mehr als acht Kilometer asphaltierten Wirtschaftsweg geben, der für Radfahren und weiteren Sport genutzt werden kann. In diesem Zusammenhang rückt natürlich auch die Anbindung der Fahrradwege an die Niederlausitzer Bergbautour sowie an die Energiefabrik Knappenrode ins Blickfeld.

Rund 800 Stellplätze für Pkw und Busse sind am Knappensee schon aus der Zeit von vor der Sanierung vorhanden - sowohl am Südufer als auch am Nordufer bei der Knappenhüttensiedlung und bei Maukendorf. Freilich müssen die Parkplätze für die künftige Nutzung ausgebaut und ertüchtigt werden. „Wir empfehlen deshalb auch eine Bewirtschaftung der Parkplätze, um Einnahmen zu erzielen“, sagt Projektentwickler Andreas Worbs.

Ein wichtiges Vorhaben am Seeufer ist zudem der angestrebte Bau eines zentralen Vereinsheimes am Erlebnis- und Freizeitpark. Ausgewiesenes Ziel der Studie ist es darüber hinaus, dass die noch vorhandenen, quasi „überlebenden“ touristischen Anlagen und Anbieter in die neue See-Entwicklung eingebunden und sinnhaft ergänzt werden.

Nicht ausdrücklich erwähnt sind in dem Masterplan die schon öffentlich gemachten Bestrebungen, die Altbergbauseen um Lohsa teilweise über Kanäle zu verbinden. Diese Überleiter könnten eines Tages auch als Wasserstraßen für Paddelboote dienen. Diese Ideen werden allerdings derzeit noch auf ihre Machbarkeit untersucht. Das ist nach Aussage des Zweckverbandes LSS jedoch Thema einer anderen Planungsstudie mit dem Titel „Wasserwanderwege im Bereich Lohsa“.

Bis Ende 2021 wollen die Bergbausanierer von der LMBV die Sicherung der Flächen am Knappensee abgeschlossen haben. Ab 2022 soll der See dann für den Neustart parat stehen. Ein Wegweiser liegt mit dem Konzept nun vor.