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| 11:56 Uhr

Der Mann, der sich über Obama gefreut hätte

H eute wäre Martin Luther King 80 Jahre alt geworden. In Hoyerswerda trägt eine Kirche seinen Namen.

Heute wäre Martin Luther King 80 Jahre alt geworden. In Hoyerswerda trägt eine Kirche seinen Namen. Mit Erstaunen nehmen Menschen in Amerika es auf, wenn Jugendliche aus Hoyerswerda während ihres Aupair-Aufenthaltes in Amerika erzählen, dass es bei uns eine Evangelische Kirche gibt, die den Namen Dr. Martin Luther King trägt.Martin Luther King - heute wäre er 80 Jahre alt geworden. Er wollte gern "mit einem langen Leben gesegnet sein", ahnte jedoch, dass dies nicht der Fall sein würde. Am 15. Januar 1929 in Atlanta (Georgia) als Sohn einer Lehrerin und eines Baptistenpfarrers geboren, besuchte er die Universität in Boston und wurde Baptistenprediger. Im Alter von nur 39 Jahren wurde der von der amerikanischen Zeitschrift "Time" für das Jahr 1964 erklärte "Mann des Jahres" am 4. April 1968 im Auftrag von amerikanischen Rassisten ermordet.Heute gedenken wir eines Mannes, der aus seinem christlichen Glauben heraus für die Gleichberechtigung von Schwarzen und Weißen eintrat, der die Ungerechtigkeit und den Rassismus in der Gesellschaft leidenschaftlich anprangerte und die Menschen zu friedlichem Protest und persönlichem Engagement aufrief. Damit setzte sich eine Volksbewegung in Gang, die Erstaunliches bewegte.Der promovierte Philosoph und Theologe Luther King beschäftigte sich unter anderem mit den Formen des zivilen Ungehorsams eines Mahatma Gandhis, reiste im Februar 1959 nach Indien, ermutigte Menschen zu gewaltlosem Widerstand gegen Ausbeutung und Ungerechtigkeit. So sprach er zum Beispiel davon, dass wirklicher Friede nur erreicht ist, wenn Gerechtigkeit herrsche.Christsein und bürgerliches Engagement gehören in seiner Person aufs Engste zusammen. Er sah: "Kein Problem wird gelöst, wenn wir träge darauf warten, dass Gott sich allein darum kümmert!" Aufgrund seines unermüdlichen Rufens in die Gesellschaft hinein wurde er mehrfach verhaftet. Mit seinen Mitstreitern und Sympathisanten der Black-Power-Bewegung demonstrierte er gegen den Vietnamkrieg, zeigte, wie man singend, betend, redend; also mit friedlichen Mitteln etwas verändern kann.Für die Evangelische Kirchengemeinde in der Hoyerswerdaer Neustadt wurde nach der Ermordung Luther Kings schnell klar, dass in Verehrung und Verpflichtung sein Name in dieser Stadt mit dieser Kirche seinen Platz findet. Eine Gedenktafel ist im Eingangsbereich des King-Hauses angebracht. In der kleinen aber feinen Friedensbibliothek des King-Hauses sind gute Bücher zum Friedensnobelpreisträger und Baptistenpfarrer Martin Luther King auszuleihen, der sich wohl riesig über den neuen US-Präsidenten Barack Obama gefreut hätte. Zur Person:Unsere Autorinist Pfarrerin in der evangelischen GemeindeHoyerswerda-Neustadt