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| 16:21 Uhr

Nardt
Der letzte authentische Ort

Elke Roschmann erklärt Besuchern der Baracke des Lagers Elsterhorst am Dienstag die Aufteilung des Lagers. Das Stadtmuseum sucht für die Ausstellung auch weiterhin Zeitzeugenmaterial.
Elke Roschmann erklärt Besuchern der Baracke des Lagers Elsterhorst am Dienstag die Aufteilung des Lagers. Das Stadtmuseum sucht für die Ausstellung auch weiterhin Zeitzeugenmaterial. FOTO: Sascha Klein / LR
Nardt. Das Stadtmuseum Hoyerswerda will die frühere Lazarett-Baracke des Lagers Elsterhorst weiter für Besucher offen halten. Von Sascha Klein

Im Grunde ist es „nur“ eine Lazarettbaracke. Doch tatsächlich bietet diese Baracke Raum für viele Geschichten. Vor allem sind es tragische Geschichten, die sich zwischen 1938 und 1948 im Lager Elsterhorst bei Nardt zugetragen haben. Diese Baracke ist die letzte, die nahezu unverändert geblieben ist. Dort erzählt das Stadtmuseum Hoyerswerda die Geschichte des einstigen Gefangenen- und Umsiedlerlagers nahe Hoyerswerda. Die Baracke steht mitten auf dem Gelände der Landesfeuerwehrschule und ist während deren Öffnungszeiten zugänglich.

So unsaniert fällt sie zwischen den Neubauten der Feuerwehrschule besonders auf. Doch das stört Kerstin Noack, die Leiterin von Schloss und Stadtmuseum Hoyerswerda, gar nicht so sehr. Denn: Auf diese Weise nehmen Besucher diesen Ort besonders wahr. Einen Ort, den das Stadtmuseum als Mieter gerne weiter entwickeln würde. „Wir hoffen, dass wir auch weiterhin an diesem authentischen Ort bleiben können“, sagt Kerstin Noack. Denn: Die Kapazität der Feuerwehrschule soll nach dem Willen der Staatsregierung noch einmal erhöht werden.

Zurzeit hat das Stadtmuseum einen Teil der Baracke gemietet und zeigt dort die Ausstellung, die im Jahr 2007 erarbeitet worden ist. Der Wunsch des Stadtmuseums ist es, in etwas fernerer Zukunft noch einmal umzubauen und die Ausstellung in Nardt zu erweitern.

Dabei ist es Anfang der 1990er-Jahre fast ein wenig Zufall gewesen, dass sich das Stadtmuseum so intensiv mit dem Thema befasst hat. Elke Roschmann, die wissenschaftliche Leiterin des Museums, erklärt: „Nach der Wende bekamen wir immer wieder Besuch von Franzosen, die wissen wollten, wo damals ihre Verwandten interniert waren.“ Da Elsterhorst im Jahr 1948 wieder in Nardt zurückbenannt worden war, fanden die Gäste den Ort einfach nicht. Mit der Zeit kam das Stadtmuseum an immer mehr Dokumente, Zeitzeugengeschichten und Fotos. Sie mündeten in zwei Geschichtsheften und der Ausstellung des Jahres 2007. Seit dem Jahr 2011 ist sie nun an diesem speziellen Ort zu sehen.