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| 01:03 Uhr

Der „Knochenjob“ trägt erste Früchte

Hoyerswerda.. „Die Stadt Hoyerswerda und das Umland sind noch keine Tourismusregion und werden auch von außen noch nicht als solche wahrgenommen.“ Dies erklärte Robert Rys, oberster Wirtschaftsförderer der kreisfreien Kommune, am Dienstagabend vor dem Stadtrat.

Service- und Qualitätsgedanke seien schwach entwickelt, die offerierten Einzelangebote würden kaum wahrgenommen, eine Bündelung sei nicht vorhanden. So steht vor den Wirtschafts- und Tourismusförderern noch eine Menge Arbeit.
Doch es gibt in der Stadt auch durchaus positive Entwicklungen. Eine Zahl macht dies besonders deutlich: Waren im Jahr 1989 in Hoyerswerda gerade mal 120 Gewerbebetriebe registriert, zählt die Stadtverwaltung aktuell knapp 2300 Firmen, die sich im Bereich Dienstleistung, Handel, Handwerk und Industrie angesiedelt haben. Diese Unternehmen wiederum würden rund 13 000 Arbeitsplätze vorhalten.
Ein hohes Gut für die Hoyerswerdaer Wirtschaftsförderer. „Deshalb“ , so sagt Robert Rys, „ist uns die Bestandspflege beziehungsweise Lobbyarbeit besonders wichtig“ . Der „Knochenjob“ wiederum sei allerdings ziemlich arbeitsintensiv. Für Firmenbesuche nehmen sich die Mitarbeiter der Verwaltung gern etwas mehr Zeit. Denn die Problemfelder manch eines Selbstständigen sind weit: Steigende Gewerbesteuersätze, hohe Anschlussbeiträge für Abwasser, keine Aufträge durch die Stadt, fehlende Ortsumfahrung, kein Autobahnzubringer. Da müsse viel erklärt werden, sagt Rys. Derzeit schaffe er einen Unternehmensbesuch pro Woche. Doch der Aufwand lohne sich. Manches Problem könne schnell gelöst werden, für andere Ansinnen benötigen Verwaltung und Unternehmer einen längeren Atem.
Geduld müsse laut Rys auch manch Unternehmen aufbringen, das sich um eine Neuansiedlung in Hoyerswerda bemüht. Ehe alle Genehmigungen unter Dach und Fach, die Fördermittelanträge bewilligt seien, könne es auch schon mal anderthalb Jahre dauern, wie das für Zeißig geplante Projekt des Elementewerkes zeige. Hierfür sei in der vergangenen Woche der Bewilligungsbescheid im Hoyerswerdaer Rathaus eingegangen. Seit März 2002 begleiten die städtischen Wirtschaftsförderer das Vorhaben, das zehn neue Arbeitsplätze bringen soll. (sh)