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| 14:31 Uhr

Stausee Bautzen
Der Hammer: das Jahr 2018 am Bautzener Stausee

Gelungene Investition: Der Hochseilpark konnte sich in diesem Jahr über weit mehr als 8000 Besucher freuen.
Gelungene Investition: Der Hochseilpark konnte sich in diesem Jahr über weit mehr als 8000 Besucher freuen. FOTO: Uwe Menschner
Bautzen. Auch wenn sich das Wasser derzeit weit zurückgezogen hat: An der Bautzener Badewanne ist etwas in Bewegung gekommen. Und das soll so bleiben. Von Uwe Menschner

„Das Jahr 2018 war der Hammer.“ So viele Besucher wie im aktuellen, noch immer andauernden Rekordsommer hat Matthias Schneider innerhalb einer Saison noch nie zählen können. „Freilich hat uns der starke Andrang auch die Grenzen aufgezeigt“, bekennt der Betreiber der Ocean Beach Bar an der Strandpromenade des Bautzener Stausees. Lange Wartezeiten und gelegentliche Unzufriedenheit der Besucher waren die Folge.

Gegenwärtig laufen umfangreiche Baumaßnahmen an dem beliebten Lokal. So ersetzt Matthias Schneider die  bisherige Holz- durch eine Betonterrasse und baut eine neue Küche ein.

Und er hat noch weiter reichende Pläne: In dem waldigen Gelände zwischen der Strandpromenade und der B 156 soll ein Fußballgolf-Parcours entstehen. „Wir stehen in Kontakt mit Betreibern, die das schon sehr erfolgreich etabliert haben. Je mehr Attraktionen es am Stausee gibt, desto mehr Besucher werden wir anlocken“, zeigt sich Matthias Schneider überzeugt.

Mit dieser Meinung steht er nicht allein da: Am Bautzener Stausee wird wieder verstärkt investiert. Vis-á-vis an der Strandpromenade freut sich auch Malte Rastemborski über ein stark gestiegenes Besucherinteresse. Gemeinsam mit seinem Kompagnon Jan Wojtas betreibt er den Hochseilgarten und kann sich 2018 über bisher circa 8500 Besucher freuen. 2017, im ersten kompletten Betriebsjahr, waren es 6800. „Seit dem 23. März hatten wir nur vier Ausfalltage aufgrund von Regen“, freut er sich. Rastemborski und Wojtas planen, Übernachtungsmöglichkeiten für Jugendgruppen zu schaffen und damit einen weiteren Baustein zur Komplettierung des touristischen Angebots an der Bautzener Badewanne zu setzen. Kein Zweifel: In die Entwicklung am Stausee ist Bewegung gekommen. Davon künden auch die augenscheinlich gut besuchte Minigolf-Anlage sowie die bereits bekannt gewordene Absicht, einen Streichelzoo zu errichten.

Matthias Schneider freut sich über die „hervorragende Wasserqualität in diesem Jahr“, die er auf die von der Landestalsperrenverwaltung vorgenommene Änderung der Wasserentnahme zurückführt.

Erst im Frühherbst, als aufgrund des niedrigen Wasserstandes wieder zur hergebrachten Verfahrensweise zurückgekehrt werden musste, kam es zur vermehrten Bildung von Blaualgen. Doch unter normalen Umständen sollte dieses Problem künftig weitgehend der Vergangenheit angehören. Freilich ist noch nicht alles eitel Sonnenschein.

So hat der Besucherandrang in diesem Sommer die Notwendigkeit einer öffentlichen Toilettenanlage so drastisch wie noch nie vor Augen geführt.

Auch auf die Beleuchtung des Weges vom Parkplatz zum Strand warten die Stausee-Anrainer noch immer vergebens. Zumindest für Letzteres kann Bärbel Grajcarek vom Städtischen Liegenschaftsamt Hoffnung machen: „Die Maßnahme ist eingeplant. Allerdings mussten wir die Ausschreibung wiederholen, da keine verwertbaren Angebote eingegangen sind.“

Hinsichtlich der Toilette, gegen die sich die Stadt lange Zeit gesperrt hat, gibt es laut Grajcarek „ein Umdenken: Auch wir sehen die Problematik und werden zeitnah darüber diskutieren.“ Ein weiterer oft geäußerter Wunsch – die Asphaltierung der Strandpromenade – steht hingegen noch nicht auf der städtischen Agenda.

„Es ist nicht so, dass sich die Stadt Bautzen gegen die touristische Entwicklung am Stausee sperrt, wie es in der Vergangenheit manchmal gemutmaßt wurde“, beteuert die Amtsleiterin. „Doch es gibt Gesetze, an die wir uns halten müssen.“ Keinen Gesetzes-, aber doch einen ähnlichen Charakter trägt der noch immer geltende Bebauungsplan für das Stauseeareal. Er stammt noch aus Zeiten, in denen ein riesiges Ferienressort aus dem Sandboden gestampft werden sollte. Aus diesen Plänen – denen die aus DDR-Zeiten stammende touristische Infrastruktur zum Opfer fiel – wurde bekanntlich nichts. Doch der B-Plan gilt noch immer, obwohl die Entwicklung ihn längst überlebt hat. „Wir benötigen einen neuen Bebauungsplan mit geeigneten Baufenstern“, betont Malte Rastemborski.

Insgesamt jedoch scheint die Melange am Stausee jetzt zu stimmen: Eine Handvoll junger bis mittelalter Macher, die wissen, was sie wollen und auch über das Know-How verfügen, ihre Ziele zu erreichen, und die miteinander können und an einem Strang ziehen. Das anfangs belächelte Konzept der Stadt Bautzen, auf „kleine Schritte“ zu setzen, scheint sich nun doch auszuzahlen.