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| 02:41 Uhr

Der Gründer ist allgegenwärtig

Besucher betrachten die Werke von Günter Peters im Schlosssaal und lauschen den Ausführungen der Museumspädagogin Boglarka Ilona Szücs.
Besucher betrachten die Werke von Günter Peters im Schlosssaal und lauschen den Ausführungen der Museumspädagogin Boglarka Ilona Szücs. FOTO: Guhlan/ang1
Hoyerswerda. Er ist und bleibt in Hoyerswerda unvergessen: Günter Peters. Deshalb hat das Stadtmuseum Hoyerswerda in Kooperation mit dem Zoo anlässlich seines 30. Anja Guhlan / ang1

Todestages, der sich am 3. Juli jährte, eine Veranstaltung initiiert, die an das Leben und Schaffen des Gründers erinnern soll. Im September vor 100 Jahren war Günter Peters übrigens geboren.

Die Museumspädagogin und Kunsthistorikerin Boglarka Ilona Szücs hat sich ein besonderes Programm einfallen lassen. In einem ersten Teil wurden etwa 30 Werke von Günter Peters näher unter die Lupe genommen. Die Kunsthistorikerin erklärte anhand der von Peters geschaffenen Kunstwerke den Lebensweg des Hoyerswerdaers. Von seiner Ausbildung als Maler an der Kunstakademie in Dresden, seine Zeit als Wehrmachtssoldat in Frankreich, seine Rückkehr nach Hoyerswerda bis hin zu der Zeit als Museumsleiter und Gründer des Hoyerswerdaer Tierparks.

Im zweiten Teil des Programmes ging es hinaus in den angrenzenden Zoo - seinem "zweitliebsten Kind" wie die Museumspädagogin erklärt. Verschiedene Stationen wurden abgelaufen, an denen Peters sein Schaffen hinterlassen hat. Die Ausführungen von Boglarka Ilona Szücs sind authentisch, tiefgehend und anschaulich durch historische Dokumente und Bildnachweise belegt.

"Günter Peters hat sich selbst nach seinem Ruhestand im Jahr 1975 immer noch für das Museum und den Zoo interessiert und engagiert", erinnert sich die Museumsmitarbeiterin Elke Roschmann. "Er kam nahezu täglich ins Museum, um seine Ideen weiterzutragen." Auch Heinz-Dieter Tempel, ein jahrelanger Freund Günter Peters nimmt an dem Rundgang teil: "Er war ein echter Glücksfall für Hoyerswerda", betont Tempel und berichtet weiter: "Noch heute wenn ich durch den Zoo schlendere, könnte Peters jeden Moment um die Ecke kommen." Stattdessen trifft er heute im Zoo auf eine Skulptur Peters, geschaffen von Jürgen von Woyski, um an sein Wirken und Schaffen zu erinnern.

Bei Brunhilde Kowar werden alte Erinnerungen wieder wach. Sie hatte vor Jahren Günter Peters bei seinen ersten Bildhauersymposien im Hoyerswerdaer Tierpark unterstützt. "Er war so ein sympathischer, gütiger Mann, der zuhören konnte und Menschen für seine Ideen begeistern konnte", berichtet die heute 80-Jährige.

Für die Lisa Hendel sind diese Anekdoten hochinteressant. "Ich kenne Günter Peters nur vom Namen her, aber beschäftigt hatte ich mich vor dieser Veranstaltung mit diesem Menschen nicht. Ich habe heute viel Neues dazu gelernt und finde es gut, wenn die Geschichte aufrechterhalten wird", so die 23-Jährige. Auch Stefan Skora (CDU), der Oberbürgermeister, ist von dem Rundgang begeistert. Die Museumspädagogin erzählt, Peters wollte mit dem Tierpark ein Erholungszentrum für die Bürger schaffen, in dem Tiere, Pflanzen und Kunst eine Einheit bilden. "Das Erbe von Günter Peters wollen wir auch weiterhin in der Zukunft aufrechterhalten", sagt Skora, der Peters als Kind noch persönlich erlebt hat. Auch sein Prinzip, den beliebten Tierpark nicht zu einem großen Zoo werden zu lassen und stattdessen lieber auf eine gute Haltung der Tiere zu achten, werde von der Stadt Hoyerswerda weiter verfolgt. Ganz im Sinne des Mannes, der hier unvergessen bleibt.