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| 14:14 Uhr

Elsterheide
Der große Wunsch: weniger Bürokratie

Hoyerswerda. Elsterheides Bürgermeister Dietmar Koark und die gesamte Gemeinde stehen auch 2018 vor großen Herausforderungen: Kreditrückzahlung, Bauprojekte und die Infrastrukturmaßnahmen am Geierswalder See. Doch was sich Koark wirklich wünscht: endlich weniger Bürokratie. Von Sascha Klein

Heute setzen wir in der RUNDSCHAU unsere Interview-Reihe mit den Verwaltungschefs der Region fort. Sie skizzieren, was sie im Jahr 2017 erreicht haben, was im kommenden Jahr bevorsteht und was sie sich für ihre Kommune wünschen. Heute: Elsterheides Bürgermeister Dietmar Koark.

Bürgermeister Dietmar Koark muss auch in diesem Jahr sicherstellen, dass die Gemeinde einen großen Teil des 1,7-Millionen-Kredits zurückzahlt.
Bürgermeister Dietmar Koark muss auch in diesem Jahr sicherstellen, dass die Gemeinde einen großen Teil des 1,7-Millionen-Kredits zurückzahlt. FOTO: Richter Torsten

Herr Bürgermeister, was haben Sie, die Verwaltung und der Stadtrat in diesem Jahr für die Bürger erreicht?

Dietmar Koark: Wir konnten im Jahr 2017 die Gemeinde Elsterheide wieder ein Stück nach vorn entwickeln. Dazu zählen zweifellos Infrastrukturmaßnahmen wie der Bau von Radwegen und die Sanierung von Gemeindestraßen. Genauso wichtig ist für uns eine weitere Verbesserung des Ausrüstungsstandards in der Freiwilligen Feuerwehr Elsterheide. Gleichzeitig wurden Planungen vorangebracht, die dazu dienen, in den kommenden Jahren eine funktionierende Infrastruktur an den Seenentwicklungsbereichen herzustellen. Die Wasserqualität im Partwitzer See konnte mittels des eingesetzten LMBV-Sanierungsbootes neutralisiert werden, sodass die Voraussetzungen gegeben sind, in den kommenden Jahren den Partwitzer See an den Geierswalder See schiffbar anzubinden.

Was hat Sie in diesem Jahr persönlich beschäftigt?

Koark: Bekannterweise hat die Gemeinde Elsterheide tatsächlich zum Ausgleich der Steuerrückzahlung im November 2016 einen Kassenkredit in Höhe von 1,7 Millionen Euro aufnehmen müssen. Ich sage das nicht ganz ohne Stolz, dass es uns in 2017 gelungen ist, einen Betrag in Höhe von 700 000 Euro abzutragen. Vom Freistaat haben wir bis heute noch keine Unterstützung erhalten. Als weiteren Schwerpunkt möchte ich den zügigen Fortgang im Sanierungsbergbau ansprechen. Hier müssen einfach die Verfahren straffer umgesetzt werden. Das setzt in jedem Fall eine personelle Verstärkung bei den Genehmigungsbehörden voraus.

Welche Projekte stehen für das Jahr 2018 ganz oben auf der Agenda?

Koark: Ganz oben steht das Ziel, die Reduzierung des Kassenkredites weiter voranzutreiben, mindestens in der Größenordnung dieses Jahres. Weiterhin soll der dritte Bauabschnitt des Schwarze Elsterradweges als Paragraf-4-Maßnahme erfolgen. In Bluno wird die Maßnahme Neubau Straßenbeleuchtung abgeschlossen und die Maßnahme Neugestaltung der Dorfmitte umgesetzt. Mindestens genauso wichtig ist der Bau der Trinkwasserleitung zur Erschließung des Standortes Terra Nova und das Voranbringen der Planungen Infrastrukturerschließung an der Südböschung am Geierswalder See, um im Jahr 2018 qualifiziert den Förderantrag stellen zu können.

Die Region steht erneut vor einem Strukturwandel. Was muss passieren, damit dieser gelingt?

Koark: Diese Herausforderung kann nur gelingen, wenn man sich der Aufgabe strategisch stellt. Keinesfalls darf das eine Hauruck-Aktion sein. Den Strukturwandel in der Lausitz kann man nicht isoliert betrachten, er muss im Europäischen Maßstab gesehen und gefördert werden. Ein überhasteter Ausstieg aus der Braunkohleverstromung darf nicht stattfinden, die Chancen liegen mittelfristig in der Ansiedlung von Zukunftstechnologie.

Wenn Sie für die Elsterheide einen Wunsch frei hätten: Was würden Sie sich wünschen?

Koark: Ein ganz großer Wunsch von mir wäre die Reduzierung von bürokratischen Aufwänden. Die 90er-Jahre haben gezeigt, in welchem Tempo Entwicklung gehen kann. Die Städte und Gemeinden wissen selbst am besten, wo es sinnvoll ist, Zuweisungen einzusetzen. Deshalb wäre es wichtig, zu pauschalen Finanzzuweisungen zurückzukehren, damit es nicht zu Verirrungen im undurchsichtigen Förderdschungel kommt.

Mit Dietmar Koark
sprach Sascha Klein