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| 22:24 Uhr

Entscheidung gefallen
Der Glockenturm von Neustadt bleibt in Kirchenhand

 Der Neustädter Glockenturm auf dem Friedhof direkt neben der Trauerhalle wurde in den Jahren 1991/92 errichtet.
Der Neustädter Glockenturm auf dem Friedhof direkt neben der Trauerhalle wurde in den Jahren 1991/92 errichtet. FOTO: Anja Guhlan
Neustadt/Spree. Die Gemeinde Spreetal lehnt eine Übernahme des Bauwerkes in kommunales Eigentum ab. Die Kirchgemeinde hatte das angefragt. Von Anja Guhlan

Der hölzerne Glockenturm auf dem Friedhof in Neustadt/Spree direkt neben der Trauerhalle geht nicht auf die Gemeinde Spreetal über, sondern bleibt in der Hand der Kirche. Die Kirchgemeinde hatte jüngst im Spreetaler Gemeinderat eine Übernahme des Turmes durch die Gemeinde angefragt. Der Spreetaler Gemeinderat lehnte das Ersuchen jedoch einstimmig ab. Eindeutiger Tenor: „Der Turm ist ein kirchliches Bauwerk und soll demnach auch kirchlich bleiben“, hieß es in der Begründung.

Pfarrer Jörg Michel hatte im Auftrag des Gemeindekirchenrates  das Übernahmeersuchen gestellt, weil er einen Widerspruch sah. Schließlich ist der Friedhof kommunal und der Grund und Boden damit in Besitz der Gemeinde. Laut dem Paragraf 94 des Bürgerlichen Gesetzbuches gehören demnach eigentlich zu den wesentlichen Bestandteilen eines Grundstücks mit dem Boden fest verbundene Sachen, insbesondere Gebäude. Der Pfarrer betont, dass es keinesfalls um finanzielle Belange ginge, sondern um die rein formelle Sichtweise zum Eigentum des Glockenturms. Nachdem das Ersuchen zur Übernahme abgelehnt wurde, wird sich nun die Kirchgemeinde weiter um den Glockenturm kümmern. Der Glockenturm wurde 1991/92 errichtet. Laut Neustädter Chronik war das Bauholz damals eine Spende der Brüdergemeinde Herrnhut. Die Glocke stammt aus der aufgegebenen Kapelle in Spreetal, ehemals Grube Brigitta.

 Der Neustädter Glockenturm auf dem Friedhof direkt neben der Trauerhalle wurde in den Jahren 1991/92 errichtet.
Der Neustädter Glockenturm auf dem Friedhof direkt neben der Trauerhalle wurde in den Jahren 1991/92 errichtet. FOTO: Anja Guhlan