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| 13:03 Uhr

Frauentag
Der Dank am 8. März allein kann es nicht sein

Joachim Rauhut und Jan Schmaler bedienen (v.l.n.r.) Brunhild Lanz, Christel Falk und Inge Krause.
Joachim Rauhut und Jan Schmaler bedienen (v.l.n.r.) Brunhild Lanz, Christel Falk und Inge Krause. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Niedrige Löhne und Teilzeitbeschäftigung sind für Frauen nach wie vor Probleme – vor allem auch mit Blick auf die Rente. Von Katrin Demczenko

Frauen gelten gemeinhin als Multitalente, wenn sie ihr Engagement in der Firma, der Familie und oft noch ehrenamtliche Aufgaben erfolgreich unter einen Hut bringen. Dafür gebührt ihnen Dank und der Tag, an dem dieser ausgesprochen wird, ist der Internationale Frauentag am 8. März. Die Stadt Hoyerswerda verleiht im feierlichen Rahmen die Martha-Plastik an eine besonders aktive Bürgerin, in diesem Jahr an Schwimmtrainerin Petra Zickler. In der Kulturfabrik Hoyerswerda, der Krabatmühle Schwarzkollm und anderen Einrichtungen werden Veranstaltungen organisiert, damit Frauen Erholung und Freude finden können.

Doch ist das schon alles? War dieser Tag nicht 1911 als Kampftag für die Rechte der Frauen ins Leben gerufen worden, die damals nicht einmal wählen durften? Heute sind viele Rechte in Deutschland durchgesetzt, aber Probleme gibt es immer noch.

Carola Koschig und Traudel Brodowski, die die erste Frauentagsveranstaltung in diesem Jahr in der Krabatmühle besuchten, sind jedenfalls dieser Meinung. Traudel Brodowski befürchtet, dass die niedrigen Löhne, die viele Frauen jetzt bekommen, später zu geringen Rentenbezügen führen. Sie sagt: „Auf solche Missstände muss das ganze Jahr lang aufmerksam gemacht werden, nicht nur am Frauentag.“ Die Rentnerin hofft, dass die neue Regierung mit den vielen Ministerinnen diese Situation verbessern wird.
Carola Koschig wünscht sich mehr Frauen in Führungspositionen, damit das weibliche Geschlecht im größeren Umfang mitentscheiden kann. „Soziale Fragen kommen immer zu kurz“, stellt die ehemalige Altenpflegerin Carola Koschig fest.
Im Krankenhaus Spremberg gibt es eine Geschäftsführerin und eine Prokuristin, antwortet ihr eine Mitarbeiterin dieser Einrichtung, die ebenfalls mit Freundinnen in Schwarzkollm feierte. Selbstbewusste Frauen haben sich also durchaus schon den Einzug in Führungsetagen von Firmen erkämpft.

Birgit Göthel aus Bluno hat zwei Kinder und sagt, dass sie, wie viele Mütter in Teilzeit arbeitet. Ein Wechsel auf eine Vollzeitstelle sei schwierig zu realisieren und nicht jede Frau wird ihrem Wunsch gemäß eingesetzt, erzählt sie aus ihrem Erleben. Bei hohem Arbeitsaufkommen macht sie in der Firma trotzdem Überstunden, um ihre Einatzbereitschaft zu zeigen.
Die Hoyerswerdaerin Inge Krause, die mit Freundinnen aus ihrer Sportgruppe die Krabatmühle besucht hat, findet, dass die Lebensleistung von Frauen das ganze Jahr lang gewürdigt werden muss. Der 8. März sei dafür der symbolische Anlass, er allein reiche aber nicht aus.