Ganz klar: Wo, wenn nicht auf einer Burg wie es sie in Mortka gibt, muss ein Märchen spielen? Das haben sich wohl auch die Veranstalter von der Jakubzburg gedacht und für dieses Jahr zum ersten Mal einen "Märchenhaften Burgsommer" auf die Beine gestellt. An zwei Sonntagen im Juli - dem 24. und 31. Juli - wird also nicht nur erstmals ein großes Märchenspektakel vor der urigen Burgkulisse zu sehen sein, sondern rund um die Aufführung wird es auch noch ein großes Kinderfest sowie einen Trödel-Antik- und Kunstmarkt geben.

Für neue Ideen und neue Veranstaltungskonzepte auf der Jakubzburg ist seit diesem Jahr Kristin Sprechert verantwortlich. Die 28-jährige Kommunikations- und Medienwissenschaftlerin hat die neuen Projekte zusammen mit dem Burgherren Dr. André Jakubetz entwickelt. Die Märcheninszenierung bringen die Landesbühnen Sachsen in Mortka auf die Bühne. "Die Kooperation mit dem Theater aus Radebeul ist ein Glücksfall für uns", sagt Kristin Sprechert. Schon fast zu spät für die Planungen, die so ein großes Theater im Vorlauf hat, traten die Mortkaer an die Landesbühnen mit dem Vorschlag heran, ihre "Schneeweißchen und Rosenrot"-Inszenierung auch in der Lausitz zu zeigen. Doch am Ende seien die Theatermacher von dem ungewöhnlichen Spielort so begeistert gewesen, dass noch alle Hebel in Bewegung gesetzt wurden, um das Märchen auch hier zeigen zu können. Die Jakubzburg reiht sich damit in so traditionelle Sommertheaterorte ein wie die Felsenbühne Rathen und den Landestheater-Hauptsitz in Radebeul, wo Schneeweißchen, Rosenrot, der verzauberte Bär und der grimmige Zwerg Grobwurz sonst in diesem Sommer auf die Bühne gehen.

Die Märchenaufführungen in Mortka beginnen am 24. und 31. Juli jeweils um 16 Uhr. Zuvor bietet die Freizeitoase jedoch jede Menge andere tolle Dinge. Das märchenhafte Treiben beginnt nämlich jeweils schon um 10 Uhr - am 24. Juli mit einem Kinderfest samt Gaukler, Falkner und Orgelbauervorführungen, am 31. Juli mit einem großen Antik-, Trödel- und Kunstmarkt.

Auf der eigens für diese Aufführungen aufgebauten Zuschauertribühne mit 600 Plätzen wird es am 13. August wohl kaum jemanden halten, wenn die "Seilschaft" hier Musik macht. Die Band aus Berlin mit jenen fünf Musikern, die in den 1990er-Jahren live mit Gerhard Gundermann auf Tour waren und die meisten seiner Platten mit einspielten, gastiert auf einem ihrer wenigen Konzerte diesmal auch wieder in Gundis Heimat. Der Gesang wird von Christian Haase übernommen, der in Hoyerswerda auch kein Unbekannter mehr ist und hier schon mehrfach mit seiner einprägsamen Interpretation der Gundermann-Songs überzeugte.

Die Burgnächte am 2. und 3. September mit dem Sorbischen Nationalensemble finden in diesem Jahr schon zum vierten Mal in Mortka statt und sind somit wohl schon eine Tradition.

Zu einer festen Größe im Jahreskalender wollen Burgherr André Jakubetz und Marketingmitarbeiterin Kristin Sprechert auf jeden Fall auch den Märchenhaften Burgsommer machen. Über ein weiteres Märchenspektakel sind sie inzwischen schon längst in Verhandlungen mit den Landesbühnen Sachsen.