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Der Bummel ist Familienfreizeit

Cottbus/Dresden. Möglichst viel erledigen in kurzer Zeit, das Bestreben bestimmt mehr und mehr auch das Freizeitverhalten der Deutschen, beobachtet die Stiftung für Zukunftsfragen und stellt fest: In ihrer Zeitnot reagieren die Bürger pragmatisch und verkürzen die Dauer der Aktivitäten oder kombinieren verschiedene Unternehmungen miteinander. So wird auch der Einkaufsbummel mehr und mehr zum Freizeiterlebnis am Familienwochenende, sagt Olaf Lücke von der Dehoga Brandenburg. moe

Hier lohnt es sich anzusetzen, macht die Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus deutlich. "In Zeiten, in denen die Bürger immer mehr Dienstleistungen online erledigen können und deshalb immer weniger persönlich in die Stadt gehen müssen, steigt die Bedeutung der Gastronomie für die Attraktivität und die Lebendigkeit von Innenstädten", sagt Wolfgang Krüger, Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus, und betont: "Dabei kommt es allerdings sehr darauf an, den Gästen in unserer heutigen, globalisierten Welt mit ihren genormten Angeboten auch echte Unterscheidbarkeit beziehungsweise eine einzigartige Erfahrung zu bieten. Hier können im Wettbewerb vor allem Gastronomen punkten, die ausgezeichneten Service mit lokalem Kolorit kombinieren. Von solchen Angeboten profitiert das ganze Umfeld."

Die Verzahnung von Handel und Gastronomie wird immer wichtiger. "Es gehört einfach dazu zum Urlaubserlebnis, unterwegs gut essen zu gehen und einzukaufen", sagt Birgit Kunkel, Pressesprecherin der TMB Tourismus-Marketing Brandenburg. Sie verweist auf eine Umfrage des Marktforschungsunternehmens GfK Nürnberg unter Übernachtungsgästen in ganz Deutschland. Auf die Frage, welche Aktivitäten für sie die wichtigste Rolle gespielt haben, antworteten zehn Prozent der Befragten in Brandenburg: Einkaufen und Shoppen. Für 24 Prozent der Befragten war das Genießen typischer Speisen und Gerichte wichtig.

Der Tourismus ist eine klassische Querschnittsbranche, das heißt nicht nur Hotellerie und Gastronomie profitieren. Das hat das Deutsche Wirtschaftswissenschaftliche Institut für Fremdenverkehr an der Universität München (dwif) ermittelt. Nach Angaben des dwif gehört der Einzelhandel mit einem Anteil von rund 33 Prozent der gesamten touristischen Bruttoumsätze zu den Hauptprofiteuren des Tourismus. In gastronomischen Betrieben tätigen die Gäste allein 27,2 Prozent aller Ausgaben, haben die Experten ermittelt.