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| 18:32 Uhr

Hoyerswerda
Der Boulevard ist startbereit

Für einen Drink mitten auf die Kirchstraße: Am Montagnachmittag haben die Citymanager Dorit Baumeister (l.) und Frank Graumüller (4.v.l.) gemeinsam mit Unternehmern, Lokalpolitikern und Mitgliedern der Stadtverwaltung einen Eröffnungsbummel über den neuen „Boulevard Kirchstraße“ gemacht. Die Hoffnung ist, dass deutlich mehr Kunden als sonst in die Altstadt strömen.
Für einen Drink mitten auf die Kirchstraße: Am Montagnachmittag haben die Citymanager Dorit Baumeister (l.) und Frank Graumüller (4.v.l.) gemeinsam mit Unternehmern, Lokalpolitikern und Mitgliedern der Stadtverwaltung einen Eröffnungsbummel über den neuen „Boulevard Kirchstraße“ gemacht. Die Hoffnung ist, dass deutlich mehr Kunden als sonst in die Altstadt strömen. FOTO: LR / Sascha Klein
Hoyerswerda. Einen Monat lang will die Hoyerswerdaer Altstadt mit speziellem Einkaufsflair für Kundschaft und Urlauber glänzen. Am Montagnachmittag ist der Startschuss gefallen. Von Sascha Klein

Montag, 13.55 Uhr, Kirchstraße: Dorit Baumeister geht über die Straße, zückt das Mobiltelefon und knipst. Sie knipst eine der neuen Sitzgelegenheiten, die die Einkaufsstraße im Herzen der Altstadt besonders machen sollen. Schwarz-weiß-Optik: Die Architektin und Citymanagerin ist angetan. „Die Strandbar ist gut geworden, oder?“, sagt sie und deutet hinüber zum „Haarschneider“. Drinnen gibt es bis Ende Juni neue Frisuren, draußen Cocktails. So langsam schreitet die Verwandlung der Kirchstraße von einer normalen Straße hin zu einer besonderen Straße fort. Bis Ende des Monats müssen sich dort Autofahrer, Radler und Fußgänger miteinander arrangieren. Wie Dorit Baumeister festgestellt hat, gibt es da seitens der Autofahrer noch ein, zwei Irritationen.

Gute 200 Meter weiter ist der erste Menschenauflauf. Vor dem eigentlich verwaisten Laden an der Friedrichsstraße 5 tummelt sich das geballte Handwerk des Landkreises. Die Kreishandwerkerschaft hat das Geschäft bis zum 30. September gemietet und will Werbung für sich selbst machen. Das eigentliche Ziel: Kreishandwerkermeister Frank Scholze will auch junge Leute motivieren, sich mit einem Job im Handwerk auseinanderzusetzen. Das „Schaufenster Handwerk“ solle auch die Bandbreite zeigen, die die 13 Innungen und Handwerke bieten können. 4620 Handwerksbetriebe gebe es im Landkreis, davon alleine 321 in Hoyerswerda. Auch Bäckermeister Roland Ermer aus Bernsdorf ist da, der frisch gebackene Präsident des Sächsischen Handwerkstages. „Wir müssen an allen Ecken Aufmerksamkeit erregen“, sagt er. Das Signal müsse kommen, dass junge Leute etwas im Handwerk erreichen und auch gutes Geld verdienen könnten. Ermer und Scholze hoffen, dass der Laden am 25. Juni richtig voll wird. Dann bieten Handwerkskammer Dresden und Kreishandwerkerschaft Bautzen von 14 bis 17 Uhr eine Beratung für Jugendliche zu Ausbildungschancen im Handwerk an.

15 Uhr auf der Kirchstraße: Viele Menschen sind noch nicht auf der Flaniermeile unterwegs, aber: Es geht offiziell auch erst um 17 Uhr los. Der Montag dient noch zum Aufbau. Schon vorgelegt hat Helene Nasdala. Die Schülerin des Lessing-Gymnasiums hat sich mit einem Bild vor der Johanneskirche verewigt. Vater Dirk, früherer Stadtrat und OB-Kandidat, kommt vorbei und macht stolz ein Foto vom Werk seiner Tochter. Darauf zu lesen: Die Jahreslosung in sorbischer Sprache.

17 Uhr auf der Kirchstraße: Zum ersten Mal fragen sich die Autofahrer an diesem Tag: Wieso laufen die Fußgänger seelenruhig über die Fahrbahn? Weil sie es dürfen. Die Citymanager Dorit Baumeister und Frank Graumüller laden zum Start-Spaziergang. Hier und da gibt es einen Drink, an der Strandbar von Heiko Schneider schlürfen die Ersten Cocktails. Dorit Baumeister ist fürs Erste zufrieden. Viele Händler haben sich etwas einfallen lassen, bieten ihre Waren auch vor der Ladentür an. Ein wenig strahlt der Boulevard schon. Aber: Abgerechnet wird zum Schluss. Ab Dienstag wird sich zeigen, wie gut es die Kunden annehmen.


Die Kreishandwerkerschaft wirbt für sich. Das Gesellenstück von Elia Unger, ein Barhocker, steht sonst im Schaufenster. Unger arbeitet bei Meister Martin Scholz (2.v.r.)  in Wittichenau. Dessen Vater Ernst Heinrich Scholz (r.) hat kürzlich den Goldenen Meisterbrief erhalten. Links: Kreishandwerksmeister Frank Scholze.
Die Kreishandwerkerschaft wirbt für sich. Das Gesellenstück von Elia Unger, ein Barhocker, steht sonst im Schaufenster. Unger arbeitet bei Meister Martin Scholz (2.v.r.)  in Wittichenau. Dessen Vater Ernst Heinrich Scholz (r.) hat kürzlich den Goldenen Meisterbrief erhalten. Links: Kreishandwerksmeister Frank Scholze. FOTO: LR / Sascha Klein
Straßenkunst: Helene Nasdala vom Lessing-Gymnasium  hat dieses Bild auf die Kirchstraße gemalt.
Straßenkunst: Helene Nasdala vom Lessing-Gymnasium hat dieses Bild auf die Kirchstraße gemalt. FOTO: LR / Sascha Klein