ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 15:23 Uhr

Tag der Städtebauförderung führt ins Schloss
Depot für Schloss-Schätze gesucht

Die Leiterin des Hoyerswerdaer Schloss- und Stadtmuseums Kerstin Noack (rechts) führt durch die Baustelle der Ausstellung „LehrReich“.
Die Leiterin des Hoyerswerdaer Schloss- und Stadtmuseums Kerstin Noack (rechts) führt durch die Baustelle der Ausstellung „LehrReich“. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Wie das Schloss in Hoyerswerda bisher saniert wurde, haben Besucher am Tag der Städtebauförderung erfahren. Von Katrin Demczenko

Die Teilsanierung des Schlosses konnte pünktlich zum Jahresbeginn 2018 beendet werden, als die Feierlichkeiten zur Ersterwähnung der Stadt begannen. Nun erklärte die Leiterin des Schloss- und Stadtmuseums Kerstin Noack am Tag der Städtebauförderung Besuchern die erledigten Arbeiten. Zunächst nannte sie die Gesamtkosten in Höhe von 1,25 Millionen Euro, die die Stadt Hoyerswerda und das Bund-Länder-Stadtumbauprogramm Ost finanziert haben. Da Experten das älteste Gebäude der Stadt als Kulturdenkmal eingestuft haben, betrug der Förderanteil stolze 85 Prozent.

Die wichtigste Baumaßnahme im vergangenen Jahr war der Einbau von Zugankern in die Zwischenwände des Treppenhauses und des barocken, von der Reichsfürstin Ursula Katharina von Teschen errichteten Gebäudeteils. Auf diese Weise werden Setzungserscheinungen aufgefangen, die in großen Spannungsrissen sichtbar waren, erläuterte Kerstin Noack anhand von Fotos. Das aus einem Renaissance- und einem Barockteil bestehende Schloss steht auf einem Lehmhügel und wurde vermutlich auf einem Eichenholzrost erbaut. Als dieser zerfiel, begann das Gebäude sich zu setzen. Die Traglast der umfangreichen Museumssammlung, die teilweise am Dachboden lagert, sorgt ebenfalls für solche Bewegungen. Um die Belastung des Schlosses zu verringern, wird in Hoyerswerda ein ebenerdig befahrbares, 500 Quadratmeter großes Außendepot gesucht, das die Schaffung stabiler klimatischer Bedingungen ermöglicht, erklärte Kerstin Noack.

In beiden Gebäudeteilen wurden nach Vorgaben des Denkmalschutzes alle 112 hölzernen Doppelfenster gegen neue ausgetauscht, was vor allem die Heizkosten senken wird. Alte Fensterflügel, soweit sie in einem brauchbaren Zustand sind, können Interessenten für eine Spende erwerben, teilte die Leiterin des Schloss und Stadtmuseums mit. Sie erwähnte, dass die Zootechniker ganz unkompliziert den Treppenbereich verspachtelt haben und ihm mit strahlendem Weiß ein schöneres Aussehen gaben. Nun ist noch der Außenputz am Renaissanceteil des Schlosses zu erneuern.

Im ersten Obergeschoss des Barockteils des Schlosses durften Besucher das entstehende „LehrReich“ besichtigen, den zweiten Teil der neuen Dauerausstellung. Exponate zum Anschauen und Lesen werden dort durch Filme und Hörstationen ergänzt: Zeitzeugen erzählen vom Zweiten Weltkrieg, dem Aufbau des Gaskombinates Schwarze Pumpe und der Stadt Hoyerswerda ab 1955, von der Friedlichen Revolution und dem wegen der Schrumpfung von Hoyerswerda notwendigen Stadtumbau. Die Hälfte der Kosten für das „LehrReich“ übernimmt der Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien.

Der Hoyerswerdaer Michael Preiss vertrat als einziger der wenigen Führungsteilnehmer die junge Generation und war aus Neugier gekommen. Beate Beckmann hat mit der Städtebauförderung zu tun und wollte privat und beruflich wissen, wie das Fördergeld genutzt wurde. Sie zeigte sich mit dem Sanierungsergebnis zufrieden und fand, solche Führungen sollte die Bevölkerung besser annehmen.