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Denkmalschützer prüfen Sanierungs-Pläne

Eine wenig Vertrauen weckende Mauer-Collage aus Putz, Mauerwerk, knorrigen Lindenstämmen und tiefen Rissen bildet die Umfriedung des Groß Särchener Friedhofes.
Eine wenig Vertrauen weckende Mauer-Collage aus Putz, Mauerwerk, knorrigen Lindenstämmen und tiefen Rissen bildet die Umfriedung des Groß Särchener Friedhofes. FOTO: Mandy Decker/mdr1
Groß Särchen. Halten die Bäume die Mauer oder trägt die Friedhofsmauer die uralten Linden? Das fragen sich die Groß Särchner regelmäßig beim Besuch der Gräber ihrer Toten. So oder so. Ein Ärgernis und eine Gefahrenstelle ist die marode Begrenzung des Kirchengeländes allemal. mdr1

Beim Stammtisch von Bürgermeister Udo Witschas (CDU) haben die Einwohner auf das Ärgernis hingewiesen. Die eingewachsenen Bäume verhindern die Erneuerung der Mauer, dürfen aber nach Denkmalschutz-Vorgaben nicht abgeholzt werden. Nur einer der dicken Stämme war so morsch, dass er gefällt werden durfte. Außerdem hatte die Kirchgemeinde den üblichen Verschnitt der Bäume durch das Baumamt registriert, was als Gegenentwurf zu Abholzung und Sanierung interpretiert wurde. Der Oberbürgermeister verwies auf eine Begehung mit dem Planungsbüro, Vertretern der Gemeindeverwaltung sowie den Denkmalschutzbehörden von Landkreis und Freistaat, deren Ergebnisse abzuwarten seien.

Die Bestandsaufnahme am 5. März habe den dringenden Sanierungsbedarf der Mauer aufgezeigt, räumt Landratsamtssprecher Gernot Schweitzer auf Nachfrage ein, macht aber auf das grundlegende Problem aufmerksam: "Die Kirche mit Friedhof und Einfriedungsmauer, den an der Friedhofsmauer entlang befindlichen Linden und dem Kriegerdenkmal ist ein Kulturdenkmal im Sinne des Sächsischen Denkmalschutzgesetzes", so Schweitzer. Wenn die Friedhofsmauern gesichert und saniert sowie das Kriegerdenkmal restauriert werden sollen, wie es von Kirchgemeinde und Kommune beabsichtigt ist, sei dies durch die untere Denkmalschutzbehörde Landratsamt Bautzen im Einvernehmen mit dem Landesamt für Denkmalpflege Sachsen zu genehmigen. Derzeit würden Beschaffenheit der Mauer sowie Art und Ursachen der Schäden geprüft. Ziel sei die Erarbeitung einer geeigneten Sanierungskonzeption in Zusammenarbeit mit den Denkmalbehörden.