"Die kleinen Bilder sollten wir hierher hängen", sagt Dorothea Menges und zeigt auf die mit Stoff abgehängte Wand zur Rechten der Eingangstür. Vorsichtig wickelt ihr Mann gerade Bild um Bild aus den schützenden Tüchern. Sanft stellt er die Werke an die Wände des Ausstellungsraumes. Hans-Jürgen Menges möchte sich erst einmal einen Überblick verschaffen. Seine Frau aber sucht für ihre Lieblinge längst die passende Inszenierung. Denn ihr liegen die kleinen Bilder mit den Details besonders am Herzen. Die Aquarelle verschiedener Perspektiven auf Litschen oder auch der Blick auf die Fischerhütte am Ballackteich - diese Motive würden für sie Heimat beinhalten, sagt Dorothea Menges. Erst vor vier Jahren hat Hans-Jürgen Menges sein Schaffen auf Zelluloid zugunsten der Leinwand erweitert. Jetzt, in der Rente, habe er Zeit und Ruhe dafür, sagt der 70-Jährige. Die meisten der gezeigten 25 Aquarelle und Ölgemälde hat der Diplomingenieur in diesem Jahr gemalt. Manche Arbeiten zeigen Welten aus der Fantasie seines Schöpfers. Da lasse er sich schon mal von den Gipfeln der Rocky Mountains verleiten, räumt der Maler schmunzelnd ein. Zumeist aber streift der Blick des Betrachters über die Wasser, Wiesen und Wälder der Heide- und Teichlandschaft. Aber auch das Schloss von Milkel, der Branitzer Park und der Bärwalder See mit seiner ahnungsvollen Kraftwerkskulisse haben den Künstler offensichtlich berühren können.

"Die Vielfalt der Landschaften und Motive meiner Heimat inspirieren mich", sagt Hans-Jürgen Menges. Bei aller Naturnähe gibt der Autodidakt jedem Abbild auch einen kompositorischen Schliff mit. Nicht immer seien die Dinge in der Natur so geordnet, wie sie auf einem Bild auch die gewünschte Wirkung erzielen können, erklärt Menges. Und die Abbildung im Eins-zu-eins-Format sei ja auch Sache der Fotografie, ergänzt Dorothea Menges und schaut schon wieder verliebt hinüber zu den kleinen Spiegelungen von ihrem Litschen.

Vom heutigen Mittwoch, 9. September, bis Ende November sind die Bilder im Zeiler-Smoler-Haus zu sehen.