ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:48 Uhr

Demokratiprojekt
Foucault-Gymnasiasten starten Demokratieprojekt

Schüler der Steuerungsgruppe freuen sich auf das neue Projekt.
Schüler der Steuerungsgruppe freuen sich auf das neue Projekt. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Die Hoyerswerdaer Schule beteiligt sich an einem neuen Programm für sächsischen Bildungseinrichtungen. Von Katrin Demczenko

Wer sind die wichtigsten Experten an sächsischen Schulen? Die Lehrer mit ihrem Wissen und die Schüler, die von ihnen lernen. Damit die Sechs- bis 18-Jährigen in ihren Bildungseinrichtungen nicht nur Kenntnisse in Mathe, Deutsch und anderen Fächern erwerben, sondern auch Demokratie erleben und erlernen, gibt es gewählte Klassen- und Jahrgangsstufensprecher, die den Schülerrat bilden. Dieses Gremium hat bei der Organisation des Schullebens wie Pädagogen, die Schulleitung und der Elternrat ein Mitspracherecht, erklärte Ralf Zeidler, Lehrer am Foucault-Gymnasium Hoy­erswerda.

Um nun alle Schüler noch aktiver in demokratische Prozesse einzubeziehen, hat sich die Bildungseinrichtung um die Teilnahme am Programm „Deine Idee? Deine Schule. Deine Entscheidung!“ beworben. Dahinter stehen die Sächsische Jugendstiftung in Kooperation mit dem Landesschülerrat Sachsen und dem Sächsischen Staatsministerium für Kultus.

Sechs Schulen im Freistaat, darunter das Foucault-Gymnasium, wurden ausgewählt und bekommen drei Schuljahre lang je 1500 Euro. Das Geld ist zum Nutzen aller Lernenden einzusetzen, um den Lebensraum Schule dauerhaft angenehmer zu gestalten, erklärt die Mitarbeiterin der Sächsischen Jugendstiftung Ira Schumann vor den Sprechern aller 31 Klassen und Kurse, deren Stellvertretern und anderen Schülern.

Das Schulgebäude darf baulich keine Veränderung erfahren und die Idee darf nicht in den Unterricht eingreifen, fügt sie hinzu. Nachdem die Anwesenden ihre Klassen informiert haben, kann jeder Gymnasiast oder es können Schülergruppen Ideen aufschreiben, begründen, Kosten schätzen und das Vorschlagsblatt zu einem Briefkasten in der Schulbibliothek bringen. Eine von den Schülern selbst bestimmte Steuerungsgruppe, der auch ein Vertreter der Schulleitung, ein Lehrer und Ira Schumann angehören, wird die Vorschläge bis November auf Durchführbarkeit sichten und veröffentlichen. Danach organisiert die Steuerungsgruppe eine Wahl für alle Schüler, um das Siegerprojekt zu küren. Im letzten Schritt erfolgt die Umsetzung dieser Idee. „Wenn das Geld nicht reicht, sucht euch Sponsoren“, regt Ira Schumann an.

Nun bleibt abzuwarten, was den Jugendlichen einfallen wird, um ihre Schule schöner zu gestalten. Zur Auftaktveranstaltung wurde gleich die Steuerungsgruppe gewählt, zu der interessierte Gymnasiasten der Klassenstufen 7, 8, 10 und 11 gehören. Der Zehntklässler Erik ist dabei, der sofort an neue Netze für die Fußballtore am Schulhof dachte. „Dort wird nicht nur im Unterricht, sondern auch in der Pause gespielt“, war seine Begründung.

Maria aus der Klasse 11 sagte, dass sie die Einbindung aller Schüler in das Programm gut findet, denn „wer eine Idee vorschlägt, muss sich auch dafür einsetzen“. Damit betone das Mädchen den Gedanken der demokratischen Prozesse, die durch das Programm in der Schule angeregt werden sollen, sagt Schulleiter Uwe Blazejczyk. Werte- und Demokratieerziehung spielen im Unterricht und im Schulleben eine wichtige Rolle, denn unter anderem darauf baut das Verhalten der Jugendlichen später in der Gesellschaft auf.