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| 10:43 Uhr

Demenz ist häufigste Krankheit in Pflegeheimen

Hoyerswerda. "Mit der Demenz kommt auf die Gesellschaft in den nächsten Jahren ein riesiges Problem zu", ist Hoyerswerdas Amtsärztin Dr. Ilona Walter überzeugt. In Deutschland sind etwa eine Million Menschen an Alzheimer erkrankt, der häufigsten Ursache für Demenz – dem Verfall der geistigen Leistungsfähigkeit. 2030 wird die Zahl doppelt so hoch sein. Grund dafür ist das steigende Durchschnittsalter in der Bevölkerung. Lars Hartfelder

Hoyerswerda ist davon besonders stark betroffen. 23,1 Prozent der Menschen sind hier nach Angaben des Gesundheitsamtes heute schon älter als 65 Jahre, bundesweit liegt die Zahl bei 15 Prozent. 1,1 Prozent sind in Hoyerswerda sogar älter älter 85 Jahre. "Die jungen Leute wandern auf der Suche nach Arbeit ab, die Älteren bleiben zurück", nennt Walter die Hauptursache. Die meisten Bewohner der beiden Pflegeheime in Hoyerswerda leiden unter Demenz-Erkrankungen. Im Pflegeheim der AWO in der Thomas-Münzer-Straße sind 75 Prozent der Insassen an Demenz erkrankt. In der Diakonie-Einrichtung leiden momentan 62,5 Prozent der Bewohner an Demenz. Je älter die Menschen werden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer Alzheimer- bzw. Demenz-Erkrankung. Bei den 30 bis 59-Jährigen leiden nur 0,1 Prozent an Demenz. Bei den 65 bis 69-Jährigen sind es schon 1,5 Prozent. Der Anteil steigt ab dem 85. Lebensjahr noch einmal rapide an, in diesem Alter sind durchschnittlich 22 Prozent mit Demenz betroffen.