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Freiwillige Feuerwehr
Debatte um Feuerwehr-Entschädigung

Befördert und für Dienstjubiläen geehrt wurden während der Jahresversammlung 2017 diese Feuerwehrkameraden: Hauptbrandmeister Roland Deserno (Knappenrode/Zeißig), Brandmeister Sebastian Buchheim (Hoy.-Altstadt), Hauptlöschmeister Bert Zillich (Dörgenhausen), Martin Sende (Dörgenhausen) für 25 Dienstjahre und Frank Hantschke (Bröthen) für zehn Dienstjahre (v.r.n.l.).
Befördert und für Dienstjubiläen geehrt wurden während der Jahresversammlung 2017 diese Feuerwehrkameraden: Hauptbrandmeister Roland Deserno (Knappenrode/Zeißig), Brandmeister Sebastian Buchheim (Hoy.-Altstadt), Hauptlöschmeister Bert Zillich (Dörgenhausen), Martin Sende (Dörgenhausen) für 25 Dienstjahre und Frank Hantschke (Bröthen) für zehn Dienstjahre (v.r.n.l.). FOTO: Catrin Würz / LR
Hoyerswerda. Nach dem Vorstoß in Radeberg ist das Thema auch bei den Hoyerswerdaer Kameraden angekommen. Von Catrin Würz

Ehrenamtliche Feuerwehrarbeit finanziell belohnen? Um Leistungsbereitschaft und Motivation zu fördern? Das ist ein Thema, das jetzt auch in Hoyerswerda angekommen ist. Denn mit sehr großem Interesse haben Feuerwehrkameraden in Hoyerswerda den Vorstoß der Stadt Radeberg für eine monatliche Feuerwehr-Prämie aufgenommen. „Das ist eine Diskussion, die jetzt in der Gesellschaft geführt werden muss“, erklärt  Hoyerswerdas Feuerwehrchef Dieter Kowark am Rande der diesjährigen Feuerwehr-Jahresversammlung. Im März hatte der Stadtrat von Radeberg eine neue Feuerwehr-Entschädigungssatzung in Kraft gesetzt - mit weitreichender Signalwirkung, die in die ganze Bundesrepublik ausstrahlen kann. Denn ab sofort leistet sich die Bierstadt eine fünfstellige Summe im Haushalt, um ehrenamtlichen Feuerwehrmitgliedern eine monatliche Entschädigung in Höhe von 30 Euro zu zahlen. Ein Novum, das es so noch nirgendwo gibt.

Aber die Zeit ist reif für solche Überlegungen, sagt auch Dieter Kowark. „Die Zeit, wo ehrenamtliches Mittun zum Nulltarif zu haben ist, ist vorbei. Feuerwehrkameraden setzen ihr Leben aufs Spiel - für null Euro?“, so der Fachbereichsleiter.  Eine Diskussion ist angestoßen. Bürgermeister Thomas Delling sieht ebenfalls die neuen Anforderungen, vor denen die Kommunen angesichts rückläufiger Mitgliederzahlen in den freiwilligen Wehren stehen. Um die Einsatzbereitschaft zu sichern, sei neues Denken notwendig. Fakt sei aber auch: Die Stadt Hoyerswerda könne sich das in der gegenwärtigen Situation und mit der Finanzausstattung nicht leisten. „Auch, wenn wir das gern tun würden“, so Delling. Der Bürgermeister hofft auf den Freistaat Sachsen. Hier müsse eine generelle Regelung für ehrenamtliche Feuerwehrarbeit entwickelt werden.

Die neun freiwilligen Feuerwehren der Stadt Hoyerswerda haben derzeit noch 150 Kameraden im aktiven Dienst. Die Zahl ist stetig rückläufig und weit entfernt von den Zahlen der besten Jahre, als noch 240 aktive Kameraden zu Buche standen, so Dieter Kowark.

Ein positiver Ansatz sei jedoch, dass die Nachwuchsarbeit gut laufe. Gegenüber dem Jahr 2015 ist die Zahl der Jugendfeuerwehr-Mitglieder um 20 Kinder und Jugendliche auf insgesamt 65 angestiegen. Starke Jugendfeuerwehren gibt es zum Beispiel in Bröthen, Michalken, Dörgenhausen und bei der Feuerwehr Hoyerswerda-Neustadt/Kühnicht.