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Daubitzer bildet seit Jahrzehnten aus

Artur Paulo aus Walddorf.Lehrling im ersten Lehrjahr in der Bäckerei Höfchen in Daubitz. Im Hintergrund Konstantin Miethe, Schulpraktikant aus der 7. Klasse. Artur hatte den Wunsch, Bäcker oder Koch zu lernen. Letztlich entschied er sich für den Bäcker und hat Freude an der Ausbildung.
Artur Paulo aus Walddorf.Lehrling im ersten Lehrjahr in der Bäckerei Höfchen in Daubitz. Im Hintergrund Konstantin Miethe, Schulpraktikant aus der 7. Klasse. Artur hatte den Wunsch, Bäcker oder Koch zu lernen. Letztlich entschied er sich für den Bäcker und hat Freude an der Ausbildung. FOTO: Joachim Rehle
Weißwasser/Hoyerswerda. Bäckermeister Lothar Höfchen wünscht sich ein stärkeres Interesse der Jugend an Handwerksberufen. Die Handwerkskammer meldet konstante Bewerberzahlen. Gabi Nitsche

Wer seinen Traumberuf ergreifen will, sollte sich frühzeitig um die entsprechende Lehrstelle oder Praktikumsmöglichkeit bemühen. Mit dem Halbjahreszeugnis wäre das ein geeigneter Zeitpunkt. Das empfiehlt die Handwerkskammer Dresden allen Schülern. "Viele Betriebe suchen bereits mit Blick auf das kommende Ausbildungsjahr nach ihren künftigen Auszubildenden. Je früher sich Schüler daher bewerben, desto größer sind ihre Chancen auf einen Ausbildungsplatz", sagt Manuela Salewski, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin.

Mehr als 420 freie Ausbildungsstellen sind in der Online-Lehrstellenbörse der Handwerkskammer eingestellt. Die angebotenen Stellen reichen von A wie Anlagenmechaniker, B wie Betonbauer, D wie Dachdecker bis hin zu Z wie Zweiradmechatroniker. In ganz Ostsachsen suchen kleinere und größere Betriebe schon heute ihre Fachkräfte von morgen. "Das Handwerk als Wirtschaftsmacht von nebenan bietet Jugendlichen eine Ausbildung in ihrer Heimat sowie erstklassige Karrieremöglichkeiten und Aufstiegschancen", sagt Manuela Salewski. Sie verweist auf die sehr gute konjunkturelle Lage des Handwerks sowie die Möglichkeit, nach der Lehre beispielsweise eine Meisterbildung oder auch ein Studium zu beginnen.

Die Lehrstellensuche sei dabei denkbar einfach. Neben der Online-Lehrstellenbörse haben Jugendliche auch die Möglichkeit, per Smartphone-App auf die Jagd nach ihrem Traumberuf zu gehen. Mit der App "Lehrstellenradar 2.0" finden Mädchen und Jungen mit wenigen Klicks Ausbildungs- und Praktikumsplätze ganz in ihrer Nähe. Zudem stehen die Ausbildungsberater der Handwerkskammer als kompetente Ansprechpartner zur Verfügung.

Eine positive Bilanz würde gern auch Bäckermeister Lothar Höfchen vermelden, was die Ausbildungssituation in seinem Metier angeht. Der Daubitzer, der sich in der Bäckerinnung engagiert, bildet seit 30 Jahren regelmäßig aus. Zurzeit lernen zwei junge Leute seinen Beruf. "Doch es gibt so gut wie keine Nachfrage für das Handwerk. Wer lernt noch Maler, Klempner oder ähnliche Berufe?", stellt er die Frage in den Raum. Er würde sich ein stärkeres Interesse von jungen Menschen wünschen und bietet daher gerne Praktika an, damit die Mädchen und Jungen selbst herausfinden, ob es etwas für sie wäre. Höfchen bietet zum Beispiel drei Tage Probearbeiten an und Schülerpraktika. Dass die ablehnende Haltung gegenüber dem Bäckerberuf nur dem frühen Aufstehen geschuldet sei, glaubt er nicht. "In anderen Berufen muss man auch nachts oder im Schichtdienst arbeiten", argumentiert der Daubitzer. Ein weiteres positives Argument, sich zum Beispiel für eine Ausbildung in seiner Bäckerei zu entscheiden, sieht er darin: "Wir zahlen nach Tarif des Bäckerhandwerkes."

Zum vierten Mal in Folge hat das ostsächsische Handwerk im Vorjahr die Zahl der neu abgeschlossenen Lehrverträge gesteigert. 536 Frauen und 1427 Männer haben einen Ausbildungsvertrag bei einem Handwerksbetrieb im Kammerbezirk Dresden unterschrieben. Mit den insgesamt 1963 neuen Lehrverträgen kann ein Plus von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnet werden, meldet die Handwerkskammer. Beliebtester Ausbildungsberuf im Kammerbezirk Dresden ist auch 2016 mit 263 neu unterschriebenen Lehrverträgen der des Kraftfahrzeugmechatronikers. Es folgen Friseur (169), Elektroniker (155) und Tischler (102).

54 junge Frauen und 209 junge Männer haben sich im Landkreis Görlitz für eine Karriere im Handwerk entschieden. Im Landkreis Bautzen nennt die Kammer 98 Frauen und 270 Männer. Derweil die Zahl im Landkreis Görlitz damit konstant blieb, habe sich die im Nachbar-Kreis gegenüber 2015 verringert. Damals waren es 433 Verträge, die unterschrieben wurden, so Pressesprecherin Carolin Schneider. Zwischen Bad Muskau und Zittau nimmt der Kfz-Mechatroniker ebenfalls den ersten Platz in der Beliebtheitsskala ein. 40 Jugendliche entschieden sich für den Beruf. Es folgen Elektroniker (22), Tischler (20), Friseure (16) und Bäcker (15). In der Bautzener Region führt die Statistik ebenfalls der Kfz-Mechatroniker (46) an. Doch dann folgen Fachverkäufer für Lebensmittelhandwerk (28), Tischler (27) und Elektroniker (23).

www.hwk-dresden.de/lehrstellen

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Im Kammerbezirk Dresden, zu dem die Kreise Görlitz, Bautzen, Meißen, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sowie die Landeshauptstadt Dresden gehören, sind etwa 22 500 Handwerksbetriebe registriert. Die Unternehmen haben etwa 125 000 Beschäftigte und bilden etwa 5200 Lehrlinge aus. Die Betriebe sind jedoch nicht verpflichtet, der Handwerkskammer freie Stellen zu melden.