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Hoyerswerda
Das Ziel: Ein Hauch von Paris

Dies ist ein grober Auschnitt aus dem Konzept „Boulevard Kirchstraße“. Während der Aktion zwischen Anfang Juni und Anfang Juli soll die Altstadt verkehrsberuhigt und deutlich belebt werden.
Dies ist ein grober Auschnitt aus dem Konzept „Boulevard Kirchstraße“. Während der Aktion zwischen Anfang Juni und Anfang Juli soll die Altstadt verkehrsberuhigt und deutlich belebt werden. FOTO: Rainer Könen
Hoyerswerda. Die neue Citymanagerin Dorit Baumeister hat im Bürgerzentrum das Projekt „Boulevard Kirchstraße“ vorgestellt. Mehr Angebote sollen helfen, die Altstadt attraktiver zu machen. Von Rainer Könen

Für Dorit Baumeister ist es auf jeden Fall ein „richtiges Citymanagementprojekt“. Eines, das Anwohner und Geschäftsleute in der Hoyerswerdaer Altstadt zum „gemeinschaftlichen Denken und Handeln“ einlädt.
Seit 1. Februar 2018 ist Dorit Baumeister neue Citymanagerin, übt diese Funktion nun gemeinsam mit Frank Graumüller aus. Als Hoyerswerdas Altstadt-Management, der Gewerbering Stadtzukunft, sich vor etlichen Wochen bei ihr erkundigte, ob sie Interesse an dieser Tätigkeit habe, brauchte sie eigentlich nicht lange überlegen. Denn schließlich lebt die 54-jährige Dorit Baumeister diese Stadt, bringt sich seit Jahren in vielen Bereichen ein.

So war ihr auch sofort klar, dass der Zeitpunkt für ein solches Citymanagementprojekt günstig ist: Im Rahmen der 750-Jahr-Feierlichkeiten soll die Kirchstraße in der Altstadt in diesem Sommer zu einem Boulevard umfunktioniert und in der Zeit vom 4. Juni bis zum 1. Juli ein „lebendiger Aufenthalts- und Erlebnisort für Handel, Gastronomie und Dienstleistungen“ werden.

Bereits vor Beginn dieser Veranstaltung staunten die Organisatoren: „Ich bin sehr angetan, dass so viele hierher gekommen sind“, sagte Dorit Baumeister. Zahlreiche Hoyerswerdaer waren gespannt auf das Projekt der neuen Citymanagerin – die bereits im vergangenen Jahr die Idee für diesen Boulevard hatte. Als klar war, dass sie neue Citymanagerin werden würde, habe sie intensiv an den Plänen dieses Boulevardkonzepts gearbeitet. Dieses sieht vor, dass sich die Kirchstraße einen Monat lang in eine Art Schlendermeile verwandeln soll. Das große Schlagwort heißt in diesem Zusammenhang „Shared Space“ – Gemeinschaftsraum, verkehrsberuhigte Zone. So soll die Kirchstraße in einen großen gemeinschaftlichen Raum verwandelt werden, in dem Autos in Schrittgeschwindigkeit fahren und der Schilderwald entfernt werden soll. Ein Gemeinschaftsraum, so Baumeister, in dem gegenseitige Rücksichtnahme und Miteinander groß geschrieben wird.

Für Dorit Baumeister ist dieses Projekt auch ein Test. Denn um Hoyerswerdas Altstadt wieder zu beleben, brauchen „wir Menschen und Angebote“. Trotz erfolgreich sanierter Altstadt wurde dieser Bereich der Stadt in den vergangenen Jahren einfach nicht so wahrgenommen, wie sich das viele in der Stadt vorgestellt hatten. Ein Schicksal, dass Hoyerswerda mit vielen anderen Städten teile, so Baumeister. Damit der Einzelhandel und das Dienstleistungsgewerbe in der Altstadt künftig wieder wachse, wäre ein solch einmonatiger Testlauf sicher auch eine gute Möglichkeit, um neue Erkenntnisse zu gewinnen, wie man dauerhaft mehr Leben in die Altstadt bringen könne, betonte die Citymanagerin.

Gemeinsam mit Stadtverwaltung, Gewerbering, Gewerbetreibenden und Anwohnern will das Citymanagement der Hoyerswerdaer Innenstadt im Sommer „einen Hauch von Paris“ geben. So sollen Straßenmusikanten auftreten, werden Porträtmaler ebenso das Straßenbild prägen wie ein Flohmarkt. Kreativ gestaltete Schaufensterauslagen sollen zum Bummeln animieren, temporär eingesetzte Händler die Angebotspalette in der Kirchstraße vergrößern. Natürlich sollen auch die gastronomischen Angebote ausgeweitet werden. So plant die Fleischerei Sinapius einen Althoyerswerdaer Biergarten.
Man wolle mit diesem Boulevard „ein deutliches Signal“ geben, dass die Altstadt lebe, so Dorit Baumeister. Die 750-Jahr-Feierlichkeiten seien eine gute Chance, sich den Bewohnern als auch den Besuchern als attraktives und vitales Stadtzentrum zu präsentieren, so die Citymanagerin weiter. Sie betonte zudem, dass sie alle Interessierten auch mit eigenen Ideen in das Projekt einbringen könnten.

Seit 1. Februar 2018 ist sie die neue Citymanagerin: Dorit Baumeister. Sie teilt sich diese Stelle mit Frank Graumüller.
Seit 1. Februar 2018 ist sie die neue Citymanagerin: Dorit Baumeister. Sie teilt sich diese Stelle mit Frank Graumüller. FOTO: Rainer Könen