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Frewillige Feuerwehr
Das Sorgenpaket der Retter in der Not

Die Jugendfeuerwehr in Laubusch ist wichtig für die Zukunftssicherung der Freiwilligen Wehr. Beim Tag der offenen Tür zeigten die Kinder am Wochenende, wie ein Löschangriff ausgeführt wird.
Die Jugendfeuerwehr in Laubusch ist wichtig für die Zukunftssicherung der Freiwilligen Wehr. Beim Tag der offenen Tür zeigten die Kinder am Wochenende, wie ein Löschangriff ausgeführt wird. FOTO: ang1
Laubusch. Für freiwillige Feuerwehren wird es immer schwieriger, die Tageseinsatzbereitschaft und den Kameradenzuwachs zu sichern. Das war auch beim Feuerwehr-Tag in Laubusch ein Thema. Anja Guhlan

(ang1) Sechs Kinder und Jugendliche führen am Tag der offenen Tür bei der Laubuscher Feuerwehr am vergangenen Samstag einen Löschangriff vor. Sie zeigen von der Alarmierung über das Ausrücken zum Brandort, der Lageerkundung des Gruppenführers bis hin zur Brandbekämpfung alles, was sie bisher gelernt haben. "Das habt ihr sehr gut gemacht", lobt Ortswehrleiter Roland Glausch die Jugend. Momentan sichern die insgesamt 15 Kinder und Jugendlichen der Laubuscher Wehr die Zukunft dieser Feuerwehr ab.

Anna-Lena Müller (10) und Franz Enderle (15) sind begeistert bei der Jugendfeuerwehr dabei. "Es macht großen Spaß in der Gemeinschaft etwas zu bewegen und zu helfen", meint Anna-Lena. Und auch Franz, der bald der aktiven Wehr beitreten kann, möchte solange wie möglich ein Feuerwehrmann bleiben. Das freut Ortswehrleiter Roland Glausch, dennoch plagen ihn Sorgen.

"Wir kämpfen am Limit, wenn es um die Tageseinsatzbereitschaft geht", beklagt Roland Glausch. Auch der Gemeindewehrleiter Martin Urbanski stimmt mit ein: "Das geht nicht nur der Laubuscher Wehr, sondern auch anderen Ortswehren so", sagt er. "Zu Einsätzen müssen oft mehrere Wehren mit Löschfahrzeugen alarmiert werden, damit man eine stabile Wehrtruppe von acht bis neun Kameraden zusammen bekommt", berichtet der Gemeindewehrleiter.

Rund 50 Einsätze pro Jahr absolviert die Laubuscher Wehr. Im gesamten Lautaer Gebiet kommen mehr als 100 Einsätze im Jahr zustande. Gerade tagsüber kann die Einsatzbereitschaft der Kameraden kaum sichergestellt werden, da stehen oft nur vier Kameraden zur Verfügung. Nach 16 Uhr, nach dem Feierabend, legt sich das Problem etwas. "Prinzipiell liegen die Probleme in den auseinanderdriftenden Wohn- und Arbeitsorten und in der Arbeitswelt", meint Urbanski. Es gibt immer mehr Montagearbeiter und Pendler.

Mancherorts wurde deshalb sogar bereits die Doppelmitgliedschaft der Feuerwehrleute eingeführt, erläutert Urbanski. Das heißt, Kameraden sind Mitglied der Wehren am Wohnort sowie auch am Arbeitsort. "Das dämmt das Problem etwas ein", meint Urbanski.

Doch diejenigen Kameraden, die vor Ort sind, werden oft für Einsatzzeiten nicht von der Arbeit freigestellt. Wer auf Arbeit fehlt, stattdessen Hilfeleistungen bei der Feuerwehr erbringt, dem kann sgar die Kündigung drohen. "Im Brandschutzgesetz steht zwar bereits, dass Arbeitgeber ihre Angestellten, wenn sie bei der Feuerwehr sind, für Einsätze freistellen können. Jedoch ist im Gesetz nur "können" festgehalten statt müssen", bedauert Urbanski. Deshalb hat er Rat beim Lautaer Bürgermeister gesucht. Frank Lehmann nimmt sich der Sache an und startete bereits beim jüngsten Unternehmerstammtisch in Lauta den Appell an Unternehmer, ihre Angestellten, die Kameraden bei der Feuerwehr sind, möglichst freizustellen. Frank Lehmann will die Problematik bei einem der nächstem Unternehmerstammtische auch nochmal näher mit Feuerwehrkameraden und Unternehmern betrachten und versuchen, Lösungen zu schaffen.

Indessen versucht die Laubuscher Wehr mit einem Tag der offenen Tür der Probleme selbst Herr zu werden. Mit der Öffentlichkeitswirksamkeit eines solchen Tages versucht die Feuerwehr durchaus neue Mitglieder in der Jugend, aber auch für das Team der Aktiven zu gewinnen. Zudem soll die Notwendigkeit von Freiwilligen Wehren mehr verdeutlicht werden. Auch Unternehmer konnten sich an solchen Tagen ein Bild von der wichtigen Aufgabe machen, sagt Lautas Gemeindewehrleiter Martin Urbanski.