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| 12:58 Uhr

Flugplatz Nardt
Das Seenland aus der Vogelperspektive lockt zum Abheben

Den Segelfliegern offenbart sich während des Fluges über Nardt ein atemberaubender Blick auf das Lausitzer Seenland.
Den Segelfliegern offenbart sich während des Fluges über Nardt ein atemberaubender Blick auf das Lausitzer Seenland. FOTO: LR / Anja Hummel
Nardt. Auf dem Flugplatz in Nardt starten von früh bis spät die Segelflieger. Momentan gibt es die beste Thermik mit schönster Aussicht. Von Herzger Ulrike

Regelrecht Hochbetrieb herrscht gegenwärtig auf dem Flugplatz in Nardt, dem Vereinsgelände des Aeroclubs Hoyerswerda. Hier haben die 120 Vereinsmitglieder – zu denen auch die Modell- und Gleitschirmflieger gehören – Hochsaison.

Aktuell ist „Sommerlagerzeit“, eine seit Jahrzehnten nicht mehr wegzudenkende 14-tägige Tradition während der Ferien- und Urlaubszeit. Dabei sind  zahlreiche Hobbypiloten befreundeter Klubs. „Eine herrliche Woche des Wiedersehens und neuer Erfahrungen haben wir nun schon hinter uns. Diesmal sind es vorwiegend Stammgäste, deren Heimatflughafen in Oerlinghausen liegt. Insgesamt sind rund 40 Segelsportler zu Gast, die auch elf eigene Flugzeuge mitbrachten. Hinzu kommen unsere sieben Flieger, drei Doppelsitzer und vier Einsitzer sowie die zwei Motorflugzeuge“, erzählt Roland Pietsch, Hoyerswerdaer Vereinsvorsitzender.

Diese 20 Flieger sorgen für reichlich Bewegung in Luft und anuf dem Boden. Jeden Tag um 11 Uhr begin das stete Starten und Landen, zwei Seilwinden unterstützen den motorisierten Flugzeugschlepp. Dadurch ergeben sich kurze Wartezeiten. Die ermöglichen mehr als 70 Winde-Starts. Bei idealen Bedingungen wird bis 19 Uhr geflogen.
 „Das derzeitige Wetter sorgt für gute Thermik und führt dazu, dass im Moment alle fliegen wollen“, sagt Roland Pitsch. Einerseits können sie hier im Ostteil von Deutschland den Luftraum relativ uneingeschränkt nutzen. So absolvierten einige schon Langstreckenflüge – sogar bis Berlin. Andererseits locke die abwechslungsreiche Seen- und Berglandschaft auch aus der Vogelperspektive. „Mal sehen, was uns die zweite Woche an Wind und Temperaturen bringen wird. Falls das Wetter mal schlechter ist, wollen wir mit unseren Gästen gerne das Zuse-Computermuseum in Hoyerswerda besuchen“, blickt der Vereinsvorsitzende in die kommende Sommerlager-Woche.
Der kontinuierliche Start- und Landezyklus auf dem Nardter Flugplatz sorgt außerdem für ein nicht zu übersehendes attraktives Schauspiel, das auch manchen Radler und Pkw-Fahrer zum Halten am Straßenrand verführt.

Fasziniert wird beobachtet, wie die Segler in die richtige Position geschoben werden und die Piloten ihre Fallschirme anlegen. Steigen zwei Personen ein, handelt es sich um ein Schüler-Lehrer-Gespann. Während des Sommerlagers sind es zehn Schüler, die mit diesem Sonderangebot des Hoyerswerdaer Clubs ihrer angestrebten Segelflug-Lizenz ein Stückchen näher kommen können. Nach dem Einstieg folgt das Schließen der Haube, der Segler kann abheben.
Noch bis Samstag, den 4. August, werden der Hoyerswerdaer Aeroclub und seine Gäste auf dem Flugplatz für viel Bewegung sorgen. Und vielleicht springt der Funke beim Zuschauen ja auf den einen oder anderen über.

Denn wie Roland Pietsch auf der Vereinsseite unterstreicht: „Wer Segelfliegen lernen will, braucht kein Supermann zu sein. Bei uns im Verein fliegen Schüler und Studenten, Männer und Frauen, Angestellte und Selbstständige, Jugendliche und Rentner.“ Das Einzige, das man mitbringen muss: Zeit, Interesse und Teamgeist.