Stattlich sehen die Klein Partwitzer Platanen aus. Trotz des derzeit fehlenden Blätterkleides zeigen sich die insgesamt 79 Platanen, davon 61 in der Platanenallee und 18 in der angrenzenden Waldstraße imposant. Mächtige Kronen und die typisch ocker-graufarbene Rinde geben der Platanenallee ihren heimeligen Charakter.

Damit könnte bald Schluss sein. Zumindest wenn es nach dem Willen vieler Anlieger geht. Deren Sorgen hat Ortsvorsteher Thomas Zschorlich während der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter auf den Tisch gepackt. "Es wird befürchtet, dass die Bäume Schäden an Rad- und Fußwegen sowie an der Straße selbst verursachen. Außerdem befinden sich viele Fäkalgruben vor den Häusern. Dort könnten die Wurzeln hineinwachsen. Das wäre richtig teuer", argumentierte der Kommunalpolitiker. In bislang drei Bürgerversammlungen zu dieser Thematik hätten sich die Partwitzer mehrheitlich gegen die Platanen ausgesprochen. In einem jetzt vorgestellten Gutachten wird allerdings geschlussfolgert, dass die Bäume zwar wegen des nährstoffarmen Standortes langsamer wüchsen als sonst üblich, allerdings durchweg gesund seien. Deshalb könnten die Gehölze noch jahrzehntelang an ihrem jetzigen Standort verbleiben.

Dort stehen sie bereits seit rund zwei Jahrzehnten. Sie waren im Zuge der Erschließung des Wohngebietes am Südrand von Klein Partwitz gepflanzt worden. Dorthin zogen vor allem Karlsfelder Bürger, da ihr Ort vor ungefähr 20 Jahren kurz vor der Devastierung durch den geplanten Tagebau Proschim stand. Durch die Wende kam es jedoch nicht mehr zu einem Abriss. Dennoch waren viele Leute bereits nach Partwitz umgezogen.

Dreimal sei seitdem der Bebauungsplan für dieses Wohngebiet geändert worden, erklärte Reiner Zschiesche vom Elsterheider Bauamt. Nie hätten sich die Bürger damals zu den Gehölzen geäußert. Zschiesche rechnete darüber hinaus drei Varianten vor, was mit den Platanen geschehen könnte. Demnach würde eine Rodung mit anschließender Neupflanzung mit rund 1000 bis 1200 Euro pro Baum zu Buche schlagen. Ein Rückschnitt je Gehölz sei für 90 bis 100 Euro je Krone zu haben. Eine Verpflanzung der Platanen koste zwischen 1750 und 2000 Euro je Baum.

Gemeinderätin Tanja Zippack sagte, dass es aus ökologischer Sicht nicht vorstellbar sei, kerngesunde Bäume einfach zu fällen. Ihr Kollege Michael Ritter erklärte, dass es den Leuten kaum vermittelbar sei, wenn einerseits viel Geld in die Fällungen investiert würde und andererseits keine Finanzen zur Baumpflege in den Dörfern der Elsterheide vorhanden seien. Siegbert Bogott befürchtete indes kaum gravierende Schäden durch die Wurzeln im Gehwegbereich.

Bürgermeister Dietmar Koark kündigte an, dass der Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung am 28. März eine Festlegung treffen soll, wie weiter mit den Partwitzer Platanen verfahren werde. Die Entscheidung werde den betroffenen Bürgern mit einer entsprechenden Begründung zur Kenntnis gegeben.