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Das Malen hält ihn jung

Arthur Aulich zeigt seine Bilder im Durchgang seines Hauses in der Spremberger Straße 19.
Arthur Aulich zeigt seine Bilder im Durchgang seines Hauses in der Spremberger Straße 19. FOTO: dcz1
Hoyerswerda. Der Maler Arthur Aulich zeigt jeden Donnerstag von 14 bis 18 Uhr seine Tusche-, Aquarell-, Bleistift- und Buntstiftzeichnungen der Öffentlichkeit, und zwar im Durchgang seines Hauses in der Spremberger Straße 19. Nach Anmeldung empfangen er und seine Frau dort auch zu anderen Terminen Besucher und die Ausstellung wird zum Weihnachtsmarkt geöffnet sein, sagte der Senior. Katrin Demczenko/dcz1

Der Eintritt ist frei.

Das ist schon das zweite Mal, dass die Öffentlichkeit Einblick in das Schaffen von Arthur Aulich bekommt. Die Premiere vor einem Jahr im Treff-8-Center wurde von den Besuchern positiv aufgenommen, erzählte der Künstler. Die im naturalistischen Stil gehaltenen Bilder fangen Gebäude und Straßenzüge des alten Hoyerswerda sowie Kirchen der Region ein, wobei die feine Strichführung jedes Detail hervorhebt. Abgerissene Häuser, wozu auch jene in der jetzt neubebauten Grünstraße gehören, zeichnet Arthur Aulich von alten Fotos und Postkarten ab, die er in großer Zahl besitzt.

Sein von ihm gemalter und schon verstorbener Kater Carlo ringelt sich wie lebendig auf den Bildern und scheint den Betrachter mit seinem Blick förmlich festzuhalten. Die von Arthur Aulich gezeichneten Landschaften der Lausitz, Polens, der Tschechei und Bayerns laden zu einem Besuch dieser Gegenden ein. Wenn er dort im Urlaub malt, hält er Gebäude und Natur in Skizzen fest. Später zu Hause entstehen daraus farbige Bilder, sagt er.

Er begeistert sich auch für Kleinigkeiten wie die Strukturen knorriger Buchenholzstücke. Diese zeichnet er oft, ehe er sie ihrem Zweck zuführt, dem Verfeuern. Die ältesten ausgestellten Werke zeigen das Leipziger Völkerschlachtdenkmal, das Arthur Aulich als Jugendlicher mit Sepiatusche gemalt hat.

Damals hatte der 20-Jährige gerade seine Lehre als Grafik-, Schrift- und Dekorationsmaler abgeschlossen und damit den Beruf ergriffen, den er bis zu seinem Rentenbeginn Anfang der 1990er Jahre ausgeübt hat. Erst danach fand der heute 82-Jährige Zeit und Muße, jene Dinge zu Papier zu bringen, die ihn persönlich faszinieren. So ganz lassen ihn aber Fraktur- und Gotikschriften, die er im Beruf gebraucht hat, noch nicht los. Sie sind Teil seiner Ausstellung und Zitate von Goethe und Jean Paul waren ihm wichtig, auf diese Weise aufgeschrieben zu werden. Das Zeichnen und Malen müsse er auch im hohen Alter immer wieder üben, sagte Arthur Aulich, denn diese intensive Beschäftigung mit der Umwelt hält ihn jung.