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| 18:28 Uhr

Lauta
Das Lautawerk-Buch ist fast fertig

Gabriele Schluttig zeigt eine Ausgabe des „Aluwerker“ aus dem Jahr 1978, der Betriebszeitung des Aluminiumwerks Lauta. Sie ist die Autorin des neuen Lautawerk-Buchs mit dem Namen „Lauter Lautaer Geschichten“. Das Buch erscheint am 9. Juni.
Gabriele Schluttig zeigt eine Ausgabe des „Aluwerker“ aus dem Jahr 1978, der Betriebszeitung des Aluminiumwerks Lauta. Sie ist die Autorin des neuen Lautawerk-Buchs mit dem Namen „Lauter Lautaer Geschichten“. Das Buch erscheint am 9. Juni. FOTO: LR / Sascha Klein
Lauta. Ein Dreivierteljahr hat Gabriele Schluttig Infos gesammelt und geschrieben. In einem Monat kommt das Buch auf den Markt. Von Sascha Klein

Wenn nicht plötzlich der Wetterdienst dazwischen gekommen wäre... Denn eigentlich ist Gabriele Schluttig mit ihrem neuen Buch über die Lautawerksche Geschichte fertig. Aber irgendwie auch nicht. Denn vor wenigen Tagen hat sie neue Informationen bekommen – von einem Mann, der im Auftrag des Deutschen Wetterdiensts einstige Standorte von Wetterstationen aufarbeitet. Eine spezielle ist ihm in die Hände gefallen. Sie heißt: Lautawerk.

Jetzt kann Gabriele Schluttig anhand der alten Akten genau sagen, wie das Wetter in den Jahren 1924 bis 1945 in Lautawerk gewesen ist, wie viel Regen gefallen ist, wie stark der Wind geweht hat. Diese Wetterstation soll auf dem gegen Kriegsende zerstörten Verwaltungsgebäude gestanden haben. Die 67-Jährige, deren Vater Helmut Winkler ist, einer der früheren Betriebsleiter des Chemiewerks, hat aber schon Kontakte geknüpft, um herauszufinden, wo die Wetterstation genau gewesen ist.

Die Wetter-Episode soll noch Teil ihres Buches werden. „Das passt dort hinein. Denn das wusste noch keiner“, sagt Gabriele Schluttig. Die Arbeit an diesem inzwischen rund 150 Seiten starken Werk ist mitunter eine Art Puzzle gewesen. Aus allen Ecken hat sie Informationen zusammengetragen: aus Archiven, aber vor allem auch von vielen Lautaern. Sie hat alte Fotoalben sichten dürfen und viele Geschichten gehört, nach denen bislang niemand gefragt hatte. „Ich werde jetzt mitunter noch auf der Straße angesprochen, ob ich noch alte Fotos oder Erinnerungsstücke haben will“, sagt sie.

Doch jetzt ist das Buch erst einmal so gut wie fertig – fertig, um gedruckt zu werden. Es wird „Lauter Lautaer Geschichten“ heißen und am 9. Juni erscheinen. Gabriele Schluttig hat keinen historischen Abriss geschrieben, denn der existiert bereits. Sie stellt Personen und Orte vor, die eine besondere Verbindung zum Werk oder zur Gartenstadt haben, die als Werkssiedlung vor 101 Jahren parallel zum Aluminium- und Kraftwerk entstanden ist.

Am Samstag, 9. Juni, soll der große Tag sein. Dann wird Gabriele Schluttig das Buch während eines Symposiums im Lautaer Lautech vorstellen. Eingeladen sind alle Interessierten. Der Eintritt ist frei. Der Titel lautet: „Geschichte in Geschichten – 101 Jahre Lauta(werk)“. Eine kleine Ausstellung dazu soll um 13 Uhr beginnen, die Vorträge ab 14 Uhr. Gemeinsam mit ihr tragen auch Dr. Maximilian Claudius Noack, Hilmar Erdmann, Dietmar Dumke und Angelika Erler Episoden aus der wechselhaften Geschichte von Lautawerk vor. Dabei hat dieses Werk auch ein dunkles Kapitel: Es galt bis 1945 als wichtiger Rüstungsbetrieb, ab 1940 mussten rund 5500 Zwangsarbeiter in den Werkshallen schuften. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges ist ein großer Teil der Fabriken zerbombt worden. Die Aluminiumproduktion war erst im Jahr 1964 wieder angelaufen. Im Juni 1990 ist das Lautawerk schließlich geschlossen worden. Die Sanierung des teils schwer kontaminierten Geländes hat 50 bis 60 Millionen Euro gekostet.

Für Gabriele Schluttig wird jetzt erst einmal wichtig, ihr Buch in den kommenden Tagen zu vollenden. In dieser Woche möchte sie die Episode mit der Wetterstation noch fertig recherchieren und schreiben. Dann ist das Buch wirklich fertig. Anschließend wird sie sich um die kleine Ausstellung kümmern, die am Rande des Symposiums zu sehen sein wird. Der Vitrinenbauer Reier aus Lauta hat eine Schauvitrine zur Verfügung gestellt. Zu sehen sein werden dort unter anderem alte Zeichnungen, Orden, Wimpel, alte Betriebszeitungen und andere Dokumente. Was Gabriele Schluttig danach macht, ob sie weiter nach Lautaer Geschichten sucht – das weiß sie noch nicht. „Ich möchte jetzt das Projekt beenden. Alles andere wird sich zeigen“, sagt sie. An lauter Lautaer Geschichten würde es bestimmt nicht mangeln.

So soll das neue Lautawerk-Buch aussehen, das zum Symposium im Lautaer Lautech vorgestellt wird.
So soll das neue Lautawerk-Buch aussehen, das zum Symposium im Lautaer Lautech vorgestellt wird. FOTO: Gabriele Schluttig