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Neues Marketingkonzept
Lausitzer Seenland setzt auf Wandel und Aktivität

Knappenrode. „Hier taucht Glück auf“: Mit neuer Markenstrategie will die Region mehr Urlauber anlocken. Mit der Geschichte „vom Bergmann zum Seemann“ soll Interesse geweckt werden. Von Anja Hummel

Wer in den Urlaub fahren will, der hat es zuweilen schwer. Schließlich lautet die Frage aller Fragen „Wohin soll die Reise gehen?“. Damit die Wahl demnächst noch häufiger auf das Lausitzer Seenland fällt, wird sich die Region künftig unter dem neuen Motto „Hier taucht Glück auf“ präsentieren.

Was hinter dem neuen Marketingkonzept steckt, wurde am Mittwoch auf der zehnten Regionalkonferenz des Lausitzer Seenlandes in der Energiefabrik Knappenrode vorgestellt. Die Schlüsselfrage: Was macht die Seenlandregion zwischen Bärwalde, Hoyerswerda und Senftenberg zu einem besonderen Urlaubsziel?

Die Antwort darauf lieferte Matthias Wedepol, langjähriger Seenlandexperte und Entwickler der überarbeiteten Strategie für die Lausitzer Urlaubsregion. „Was die Region auszeichnet, ist die Gewässerlandschaft, aber auch der hier stattfindende Wandel“, sagt Wedepol. „Das ist es, was uns von anderen gewachsenen Tourismusorten wie beispielsweise der Mecklenburger Seenplatte abgrenzt.“ Mit der neuen Strategie soll deutlich gemacht werden, dass die Lausitzer Urlaubsregion mit ihren 23 Seen ein ganz eigenes Profil bietet. „Unsere Geschichte erzählt die erfolgreiche Entwicklung von einer Tagebauregion zu einer Erholungs- und Tourismusregion - vom Bergmann zum Seemann.

„Wir stehen vor der Herausforderung, deutlich zu machen, dass es noch eine unfertige Region ist, gleichzeitig aber Lust auf einen Besuch zu wecken“, sagt Wedepol. Dies gelinge mit der Hervorhebung von Alleinstellungsmerkmalen. Und dies seien ohne Frage die gut ausgebauten Seerundwege. „Und das muss künftig viel stärker herausgestellt werden“, appelliert der Seenlandexperte. Die Kombination aus aktiver Erholung mit landschaftlichem Wandel sei die Chance für den Erfolg der Region.

„Aber die Zukunft hat im Lausitzer Seenland schon lange begonnen“, resümiert Wedepol. Im Jahr 2016 wurden mehr als 630000 Übernachtungen im gesamten Seenland registriert, die mehr als 60 Millionen Euro Umsatz lieferten. „Wir können durchaus auf eine erfolgreiche Entwicklung zurückblicken“, so Wedepol. „Aber die Rutschungsproblematik hat das Seenland in seiner touristischen Entwicklung um viele Jahre zurückgeworfen.“ Das sei auch der Hauptgrund, warum die bis zum Jahr 2020 anvisierten 1,5 Millionen Übernachtungen nicht realisierbar sind. „Entscheidend ist aber, dass wir trotzdem daran festhalten und die Zahl das langfristige Ziel bleibt.“

Michael Harig, Landrat des Landkreises Bautzen, bezeichnet das Marketingkonzept als „gut überlegt“. „Es wird allerdings darauf ankommen, dass wir mit Brandenburg und Sachsen gemeinsam einen Destinationsbegriff manifestieren“, so Harig. Als „sehr gelungen“ erkennt Frank Lehmann, Bürgermeister der Stadt Lauta (Landkreis Bautzen), die Konzeption an: „“Wir müssen uns fokussieren und können nicht jedes Thema bespielen. Dazu brauchen wir die Alleinstellungsmerkmale.“

Als entscheidende Alleinstellungsmerkmale präsentierte Matthias Wedepol auch Orte mit überregionaler Magnet- und Leuchtturmfunktion für das Seenland. Das sind neben der F60 und dem Findlingspark Nochten vor allem der Senftenberger See als einzig vollständig entwickeltes Gewässer mit einer überregional vermarktungsfähiger Infra- und Angebotsstruktur. Auch die schwimmenden Häuser am Geierswalder See strahlen überregional aus.

Der neue Slogan „Hier taucht Glück auf“ soll symbolisieren, wo die Reise künftig hingeht. „Glück als Initiator für die Urlauber, als Emotion für die Region und als Chance für den Tourismus“, erklärt Wedepol. Der Begriff „Auftauchen“ soll wiederum die Gewässerlandschaft und deren Wandel darstellen. „Es ist immer wichtig, neben einer guten Infrastruktur und guten Angeboten deutlich zu machen, dass dieses Lausitzer Seenland tatsächlich etwas ganz Besonderes ist und es solch ein Gebiet in der Form kein zweites Mal gibt“, so Wedepol.