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| 14:14 Uhr

Hoyerswerda
Das Klinikum bekommt WLan

Rund 1,2 Millionen Euro kostet das Projekt WLan für das Lausitzer Seenland Klinikum.
Rund 1,2 Millionen Euro kostet das Projekt WLan für das Lausitzer Seenland Klinikum. FOTO: LR / Sascha Klein
Hoyerswerda . In naher Zukunft können Patienten im Hoyerswerdaer Seenland Klinikum WLan nutzen. Doch auch fürs Krankenhaus selbst soll dieses Hilfsmittel ein Riesen-Fortschritt werden. Von Sascha Klein

Ob Hotel, Einkaufszentrum oder Krankenhaus: Viele Smartphone-Nutzer interessiert zunächst eines ganz brennend, wenn sie in eines der Gebäude kommen: Komme ich mit meinem mobilen Endgerät auch an diesem Ort – wie meist zu Hause – problemlos per WLan ins Internet? Wer größere Datenmengen nutzt, zum Beispiel, um Filme auf dem Smartphone anzusehen oder intensiv in sozialen Netzwerken unterwegs ist, verzichtet ungerne auf WLan.

Wer derzeit als Patient im Lausitzer Seenland Klinikum liegt, hat die Vorzüge des WLan noch nicht. Das soll sich laut Klinikum-Geschäftsführer Jörg Scharfenberg bald ändern. Die Klinikum-Führung hat beschlossen, das Krankenhaus auf allen Stationen mit WLan auszustatten. Andere Krankenhäuser, zum Beispiel das Uni-Klinikum in Dresden, sind bereits mit WLan ausgerüstet.

Die Hoyerswerdaer haben sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Denn das Ausrollen von WLan im gesamten Haus kostet viel Geld – und macht Arbeiten in allen Bereichen nötig. Wie Jörg Scharfenberg betont, wird die Ausrüstung des Hauses mit WLan rund 1,2 Millionen Euro kosten. Dazu gibt es über rund ein Jahr verteilt Bauarbeiten auf allen Etagen. „Wir wollen bis Mitte 2019 das WLan flächendeckend im Haus umgesetzt haben“, sagt Scharfenberg. Die ersten beiden Stationen seien bereits ausgerüstet, hängen aber noch nicht am Netz.

„Wir wollen natürlich den Service für unsere Patienten erweitern“, sagt Jörg Scharfenberg. Das ist ein Grund, weshalb das Klinikum das Geld jetzt in die Hand nimmt. Für viele Nutzer ist dieser Service bereits so etwas wie Standard. Der andere Grund betrifft jedoch die Abläufe im Krankenhaus selbst. Die Klinik-Leitung ist sehr daran interessiert, ebenso von einem flächendeckenden WLan im Haus zu profitieren. „Wir wollen unsere Prozesse weiterentwickeln“, sagt Jörg Scharfenberg. „Die Zukunft ist die digitale Visite, weg von der Papierakte.“

Bis jetzt ist es so: Alles, was einen Patienten oder eine Untersuchung betrifft, gibt es als Papierakte, aber auch im klinikinternen Netz. Die Daten werden also teilweise doppelt erfasst und eingepflegt. Für die Abläufe, von denen der Patient nichts mitbekommt, ist das Mehraufwand. Hätte das Klinikum bereits jetzt WLan, könnten Ärzte und Schwestern bereits am Krankenbett auf die Daten zugreifen. Das können Untersuchungsergebnisse sein, aber auch Röntgen- oder CT-Bilder. Außerdem könnte die weitere Behandlung am Patienten zum Beispiel in der Visite besprochen, geplant und dokumentiert werden.

Das ist technisch in Hoyerswerda noch nicht möglich, soll aber in nicht allzu weiter Zukunft auch im Seenland-Klinikum funktionieren. „Wir wollen mit dem Bereitstellen des WLan in Sachen Digitalisierung natürlich auch intern deutlich vorankommen“, so Scharfenberg. Denkbar sei zudem, dass die Essenswünsche der Patienten ebenfalls einfacher zusammengetragen werden können. Zurzeit werden sie zwar auch schon elektronisch aufgenommen, müssen aber über eine Docking Station vom Gerät auf den Server  übertragen werden. Durch ein WLan würden die Daten sofort bereitstehen.

Allerdings: Noch bevor das Personal die Vorzüge des WLan genießen kann, werden die Patienten profitieren. Es gebe einen festgelegten Zeitplan, wann die einzelnen Stationen angeschlossen werden, so der Geschäftsführer. Pro Station sollen die Arbeiten etwa ein bis zwei Wochen dauern. Der Betrieb geht ganz normal weiter, die Patienten sollen dann jedoch zeitweise auf einer anderen Station untergebracht werden. „Unser Ziel ist, dass die Patienten dies im täglichen Ablauf nicht spüren“, sagt Scharfenberg.
In einem der nächsten Schritte sollen dann die Caféteria, ein wichtiger Treffpunkt für Patienten und Gäste,  sowie der öffentliche Bereich angeschlossen werden. Das Ziel: Ende dieses Sommers könnten womöglich die ersten Patienten vom WLan im Seenland-Klinikum profitieren.