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| 03:09 Uhr

Das Haus der Sorben in Bautzen wird umgebaut

Von außen deutet nichts auf die Bauarbeiten im Inneren und im Hofbereich des Hauses der Sorben hin. Foto: Uwe Menschner/ume1
Von außen deutet nichts auf die Bauarbeiten im Inneren und im Hofbereich des Hauses der Sorben hin. Foto: Uwe Menschner/ume1 FOTO: Uwe Menschner/ume1
Bautzen. Das Haus der Sorben am Bautzener Postplatz, das zum Domowina Verein gehört, wird derzeit umgebaut. So verändern sich der große Saal, das ehemalige Café und der Innenhof grundlegend. Die gesamte Baumaßnahme kostet rund 500 000 Euro. Uwe Menschner / ume1

Auch wenn von außen kaum etwas zu sehen ist: Das Haus der Sorben in Bautzen bildet zurzeit eine große Baustelle. "Allerdings konzentrieren sich die Bauarbeiten auf den Innenhof und das Innere des Gebäudes, sodass die Passanten nicht viel davon bemerken", wie Bernhard Ziesch, Geschäftsführer des Domowina Vereins vom Bund Lausitzer Sorben erklärt.

Nach seiner Aussage ist die Sanierung bereits seit zehn Jahren "überfällig". Einen wesentlichen Schwerpunkt bildet der große Saal: "Die technische Ausstattung war bisher eher mittelalterlich. Nach dem Umbau werden wir hier über moderne Konferenztechnik verfügen, außerdem lassen wir eine Schiebewand einbauen, um den Saal parallel für zwei Veranstaltungen nutzen zu können."

Café wird zum Beratungsraum

Ein kleinerer Versammlungs- und Beratungsraum entsteht anstelle des bisherigen Küchentraktes, in dem bis zur Schließung die Speisen für die Gäste der "Bjesada" - auch bekannt als "Sorbisches Café" - zubereitet wurden. Der Gastraum selbst wird komplett umgebaut. Hier entstehen mehrere Büroräume zur Nutzung für sorbische Vereine. Die Eingangssituation wird so verändert, dass dazu berechtigte Personen rund um die Uhr Zutritt haben. "Damit erleichtern wir die Arbeitsbedingungen für unsere Vereine", so Bernhard Ziesch. Im 2. Obergeschoss werden Räumlichkeiten für das Witaj-Sprachzentrum hergerichtet, das seinen Sitz derzeit noch im nahe gelegenen Postgebäude hat. "Damit kommt endlich zusammen, was zusammen gehört", kommentiert der Domowina-Geschäftsführer.

Einen weiteren Hauptschauplatz des Baugeschehens bildet der Innenhof: "Hier bildeten sich in der Vergangenheit bei Regen stets riesige Pfützen, die es unmöglich machten, den Hof trockenen Fußes zu überqueren", blickt Bernhard Ziesch zurück. Die Betonplatten werden aufgebrochen und durch Pflaster ersetzt, sodass sich neben der Nutzbarkeit auch das optische Erscheinungsbild wesentlich verbessert. In diesem Zuge werden auch Medienleitungen neu verlegt. Zudem erfolgt im Inneren des Gebäudes die Neuordnung von Fluchtwegen, die bisher teilweise versperrt waren. Die Wärmeversorgung erfolgt künftig über das Fernwärmenetz, die eigene Ölheizung wird daher überflüssig und kann außer Betrieb gesetzt werden. Die Umgestaltung des Foyers gemäß den Anforderungen des Brandschutzes rundet die Maßnahme ab, die insgesamt circa 500 000 Euro kostet und bis zum Frühjahr abgeschlossen sein soll.

Das Haus der Sorben am Bautzener Postplatz wurde 1956 eröffnet, nachdem der Wissenschaftsverein Macica Serbska das Grundstück der früheren Lessingschule nach Kriegsende erworben hatte. Der Neuaufbau wurde vor allem aus Spenden finanziert und durch freiwillige Brigaden der sorbischen Jugend unterstützt. Es ersetzte das Wendische Haus, das 1904 am Lauengraben eröffnet und in den letzten Kriegstagen 1945 zerstört worden war. Bereits 1937 hatten die Nationalsozialisten sorbische Organisationen und Einrichtungen verboten.