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| 01:43 Uhr

Das Grethe-Weiser-Haus steht vor einer ungewissen Zukunft

Martina Scholze betreibt seit mehr als 15 Jahren das Grethe-Weiser-Haus am Blauen See in Bernsdorf. Zum Jahresende möchte die 64-Jährige in den Ruhestand gehen. Sie sucht deshalb einen Nachfolger. Foto: Silke Richter
Martina Scholze betreibt seit mehr als 15 Jahren das Grethe-Weiser-Haus am Blauen See in Bernsdorf. Zum Jahresende möchte die 64-Jährige in den Ruhestand gehen. Sie sucht deshalb einen Nachfolger. Foto: Silke Richter FOTO: Silke Richter
Bernsdorf. Gut, dass kein Schnee liegt. Die Autofahrt von der B 97 zwischen Großgrabe und Bernsdorf zum Grethe-Weiser-Haus gleicht trotzdem einem Abenteuer.

Das vorsichtige Umfahren der zahlreichen Schlaglöcher gehört ebenso dazu wie die Orientierung an den Wegweisern. Und das mitten im Wald. Fernab von Stress und Hektik liegt das Ziel, direkt am Blauen See.

Kaum in das Grethe-Weiser-Haus eingetreten, fühlt sich der Besucher in die Vergangenheit zurückversetzt. In eine Zeit, als die Bilder laufen lernten und die Namensgeberin des Hauses als Film- und Bühnenschauspielerin zahlreiche Erfolge feierte. Erinnerungen an die damals liebevoll “Berliner Kodderschnauze„ genannte geborene Mathilde Ella Dorothea Margarethe Nowka und an viele ihrer Schauspielkollegen findet man im Grethe-Weiser-Haus zuhauf.

Bilder, Poster, Kleidungsstücke, selbst Möbel und Accessoires, alles Originalstücke, wohin das Auge blickt. Um all das in Ruhe betrachten und in Erinnerungen schwelgen zu können, sind viele Stunden nötig. Martina Scholze, Betreiberin des Grethe-Weiser-Hauses bietet deshalb ihren Besuchern thematische Programme an, um beispielsweise klassische Momente live erleben zu können. Dafür schlüpft die 64-Jährige in spezielle Kleidung mit Tüll und Hut sowie Federboa und erweckt die damalige Zeit wieder zum Leben. Im Jahre 1995 wurde es als Waldgaststätte von Martina Scholze eröffnet. Seit mehr als 15 Jahren hat die 64-Jährige akribisch viele Erinnerungsstücke an die Schauspielerin gesammelt und somit der Pension auch einen gewissen Museums-Charakter verliehen. Wenngleich der Begriff “Herzblut„ hier wohl noch besser passt.

Doch diese Art von Engagement will und muss Martina Scholze im kommenden Jahr auf etwas anderes richten. Nämlich auf sich selbst. An den Folgen eines Schlaganfalls leidet die Hoyerswerdaerin auch heute noch. Vor wenigen Wochen verlor die 64-Jährige zudem ihren Lebensgefährten. Und dann seien ja auch noch ihre Enkel.

“Ich muss gesundheitlich kürzer treten, möchte endlich mal eine richtige Oma für meine Enkelkinder sein und mir selbst auch mal was gönnen„, meint Martina Scholze ziemlich entschlossen. Bis es so weit ist, hat sie allerdings noch einen großen Wunsch: “Ich hoffe, bis zum Jahresende einen neuen Betreiber zu finden, der das Grethe-Weiser-Haus als solches auch zukünftig erhält. Doch bis jetzt hat sich noch niemand gefunden.„ no