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| 18:06 Uhr

Modellprojekt Lauta-Süd
Gemeinsames Planen hat begonnen

Die deklarierte Gebietskulisse umfasst zwölf Wohnblöcke, die von der Wobau und den Lebensräumen vermietet werden. Die Lebensräume als zweiter Großvermieter in Lauta-Süd kooperiert bei dem Projekt mit der Wobau.
Die deklarierte Gebietskulisse umfasst zwölf Wohnblöcke, die von der Wobau und den Lebensräumen vermietet werden. Die Lebensräume als zweiter Großvermieter in Lauta-Süd kooperiert bei dem Projekt mit der Wobau. FOTO: Anja Guhlan
Lauta. Beim Arbeitstreffen für das ökologische Modellprojekt Lauta-Süd sind Ideen, aber auch Skepsis geäußert worden. Die Veranstalter sind mit der Bürgerbeteiligung unzufrieden. Von Anja Guhlan

Die Stadt Lauta und die Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) wollen die Plattensiedlung Lauta-Süd ökologisch beleben.  Es handelt sich um eines von sechs Modellprojekten in Sachsen, die im Rahmen des EU-Projektes „Life Local Adapt“  bei Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel unterstützt wird. Denn durch den Klimawandel kommen vermehrt Gefahren wie Unwetter, Hochwasser und Hitzewellen auf die Städte und Gemeinden zu. Diesen soll mit ökologischen Maßnahmen entgegengewirkt und zugleich die Attraktivität der Wohngegend gestärkt werden. Das Gesamtpaket soll zudem auch dem Wegzug und dem derzeitigen Leerstand durch Zuzug entgegenwirken.

Rund 600 Einwohner wohnen auf der  insgesamt rund zehn Hektar großen Fläche. Zu dem jüngsten Arbeitstreffen, in dem sich Bürger direkt an den Planungen für das Modellprojekt Lauta-Süd beteiligen konnten, ist lediglich ein Dutzend Anwohner gekommen. Ein niederschmetterndes Ergebnis für die Veranstalter. Das Ziel ist gewesen, möglichst viele Anwohner in die bevorstehenden Planungen einzubinden.

Dennoch hat Wobau-Geschäftsführer Klaus Weickert mit Bürgermeister Frank Lehmann sowie einigen Referenten vom Umweltamt, die die Stadt während des Projektes unterstützen, mit den Anwesenden Ideen und Wünsche gesammelt. „Rasenflächen sollten erst einmal vom Moos und Unkraut befreit werden“, fordert Anwohner Alberto Witte, der bereits seit 35 Jahren in Lauta-Süd wohnt. Er kann sich sogar vorstellen Blumenwiesen oder Schmetterlingswiesen zu  säen. Auch Bäume als Schattenspender seien immer gut. Dr. Ingolf Hohlfeld  vom Umweltamt rät zu „Klimabäumen“, die mit dem Klimawandel besser zurecht kommen. Auch Kinderspielplätze und eine Grillecke sind Vorschläge. Bei der Errichtung von gemütlichen Sitzgruppen scheiden sich die Geister:  „Das hatten wir schon mal. Und dann haben Jugendgruppen diese Plätze mit ihren Mopeds und Autos zerfahren“, äußert sich das Ehepaar Gotsch aus Lauta-Süd. Vielleicht könnte die Lösung sein, die Zufahrt einzuschränken. „Die angrenzenden Froschteiche könnten zu einem Angelgewässer umfunktioniert werden“, schlägt Rainer Tomczyk vor.  Dafür müsse jedoch ein Angelverein das Gewässer pachten. Auch Obstbäume inmitten des Wohngebietes finden Anklang. Sehr oft wurde jedoch die Frage in den Raum geworfen, wer die ganzen Maßnahmen pflegen soll und welches Budget dem Modellprojekt überhaupt zur Verfügung steht.

Bürgermeister Frank Lehmann erklärt, dass die Stadt für die Planung  25 000 Euro vom Freistaat zur Verfügung gestellt bekommt.  Das Budget für die Umsetzung stehe aber noch nicht fest. Dieses müsse man sich einfordern, sagt er.

Auch der Bürgermeister der Gemeinde Nebelschütz, Thomas Zschornack, spricht von den Erfahrungen seiner Gemeinde: „Bei uns kümmern sich Bürger ehrenamtlich um Blumenrabatten, Streuobstwiesen oder engagieren sich für einzelne Projekte“, erzählt er. „Eigenverantwortung übernehmen“ nennt er solche Initiativen. Zschornack bietet eine Zusammenarbeit beider Kommunen an.

Alle Anregungen der Anwohner wurden letztendlich von den Referenten des Umweltamtes notiert. Nun sollen alle Ideen präzisiert und in der Planung für ein noch zu bestimmendes Büro zusammengefasst werden. Ende April soll die Leistungsbeschreibung fertig sein, sodass ein Planer die Planungsleistungen bis Anfang des nächsten Jahres anfertigen kann. Anwohner würden per Rundschreiben auf dem Laufenden gehalten, teilen die Protagonisten den Bürgern mit.