Während der Brauereiführungen interessierten sie sich vor allem für alte Technik. Auf dem Schrotboden, wo das Malz geschrotet wird, staunten sie über das älteste Objekt in der ansonsten hochmodernen Brauerei.

Geschäftsführer Stefan Glaab sagte dazu: "Diese alte ‚unkaputtbare' Schrotmühle hatte mein Großvater 1935 schon gebraucht angeschafft. Sie wird regelmäßig durch eine Bautzener Firma gewartet und läuft und läuft." Im Schalander ließ er sich noch einige Fakten entlocken. So wurde in den 60er-Jahren das Bier noch mit dem guten alten "H3 A" ausgefahren. Es gab sogar mal einen unglücklichen Vorfall, wo der beladene Lkw umkippte, und das ganze Bier im Straßengraben landete.

Seit der Wende wird in der Stadtbrauerei Wittichenau auf das Schärfste auf die Einhaltung des am Samstag 500 Jahre alten Deutschen Reinheitsgebotes geachtet. "Ein Reinheitsgebot war zu DDR-Zeiten kein Gesetz, weil einfach die reinen Rohstoffe in der DDR nicht zu beschaffen waren", erinnert sich Vertriebschef Johannes Glaab. Von ihm war auch zu erfahren, dass die Wittichenauer Brauerei seit vorigem Jahr für die Herstellung von Biobier zertifiziert ist. Die Brauerei bezieht zu 90 Prozent Braugerste aus Sachsen und füllt mit aus Thüringen stammender Braugerste auf. Das Wasser stammt aus dem Wittichenauer Leitungssystem. Den Hopfen beziehen sie aus den Franken, aber auch vom Elbe/Saaleanbaugebiet um Burkau. Erstmals wurde der "Tag des Bieres" mit Blasmusik des "Glück Auf"-Blasorchesters Knappenrode begangen.